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Abstract
P 006
Vaskuläre Dysfunktion: Endothelabhängigkeit des Effektes freier Sauerstoffradikale auf den Gefäßtonus
Ralf Praga, Oliver Zeitz, S. Weiß, Maren Klemm, Peter Galambos, Claudia Rebel, Gisbert Richard, Lars Wagenfeld
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
Hintergrund
Freie Sauerstoffradikale sind an der Vermittlung physiologischer sowie an Alterungsprozes-sen beteiligt. Ein Überhang auf zellularer Ebene wirkt u.a. durch die Beeinflussung der Mi-krozirkulation an der Genese zahlreicher Augenerkrankungen, wie z.B. der AMD, der DRP o. dem Glaukom mit. Für Sauerstoffradikale sind unterschiedliche vasoaktive Eigenschaften beschrieben. Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen, ob die Radikalwirkung in Abhängigkeit vom Vorhandensein des Endothels verändert wird.
Methode
Isolierte Ratten Aa. ophthalmicae wurden perfundiert u. in Schritten von 10 mmHg bis auf 80 mmHg tonisiert. Nach Entwicklung des myogenen Tonus u. Stabilisierung des Gefäßdurch-messers erfolgte eine Radikalexposition von 20s Dauer mit Hydroxyl Radikalen (OH.) aus der Fenton Reaktion. Ein Teil der Präparate wurde davor durch Spülung mit Triton deendothelia-lisiert. Das Nernst’sche Membranpotential für K+ wurde bei einem Teil der Versuche auf -88mV (entsprechend physiologischen 5mM [K+]e) u. beim anderen Teil der Versuche auf -41mV eingestellt. Die statistische Auswertung erfolgte durch Vergleich der Gefäßdurchmes-ser vor u. nach Radikalexposition mittels gepaartem Student-t-test.
Ergebnisse
Bei 80mmHg entwickelten alle Gefäße einen stabilen u. reproduzierbaren myogenen Tonus. OH. Exposition führt bei physiologischem Ruhemembranpotential sowohl mit als auch ohne Endothel zu einer signifikanten Dilatation (mit Endothel: Gefäßdurchmesser: 252,7±3,2 µm vor OH vs. 289,1±2,6 µm nach OH.; P<0,001; n=14; ohne Endothel: 216,4±0,7 µm vor OH vs. 253,7±1,4 µm nach OH; P=0,003; n=8). Bei den auf -41mV teildepolarisierten Gefäßen zeigte sich eine signifikante Konstriktion (mit Endothel: 199,4 ± 1,7 µm vs. 183,1 ±1,5 µm; P<0,001; n=10; ohne Endothel: 174,5±3,9 µm vs. 163,2±4,1 µm; P=0,006; n=6). Eine alleini-ge Behandlung der Gefäße mit Fe3+ (Sham-Exposition) hatte keinen Effekt auf den Gefäß-durchmesser. Nach OH. Exposition konnte in allen Gruppen eine Volldepolarisation eine wei-tere signifikante Vasokonstriktion bewirken (P<0,001 bzw. P=0,002).
Schlussfolgerungen
Die vom Ruhepotential abhängigen vasomotorischen Effekte sind unabhängig vom Vorhan-densein des Gefäßendothels. Dies spricht dafür, dass freie Radikale direkt auf die Gefäß-muskulatur wirken. Sie können somit die Regulation der Mikroperfusion beeinflussen u. so an der Entstehung verschiedener Augenerkrankungen ursächlich beteiligt sein. |
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