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Abstract

P 022

Agrobacterium radiobacter-Endophthalmitis nach perforierender Keratoplastik und sekundärer Linsenimplantation

Diana Buhlbuck1, Karsten Kasper1, Guiseppe Valenza2, Thomas Klink1, Gerd Geerling1
1Universitäts-Augenklinik Würzburg, 2Institut für Hygiene Würzburg, Würzburg

Hintergrund
Eine Endophthalmitis ist eine seltene Komplikation einer perforierenden Keratoplastik und wird meist durch Candida albicans oder gram-positive Keime verursacht. Wir berichten über die extreme Rarität einer durch das gram-negative Agrobacterium radiobacter hervorgerufenen Endophthalmitis, aus der Familie der Rhizobiaceae, die bislang nur in 4 Fällen als Ursache einer intraokularen Infektion beschrieben wurde.
Methode
Fallbericht: Bei einer 79 - jährigen Patientin wurde eine perforierende Rekeratoplastik mit sklerafixierter PMMA-Sekundärlinsenimplantation bei Dekompensation eines Hornhauttransplantates mit einer doppelten 10.0-Nylon-Sternnaht durchgeführt. Die primäre Transplantation war wegen einer schweren Streptokokkenkeratitis bei Zustand nach vitreoretinaler Chirurgie einschließlich Silikonöl und Linsenentfernung durchgeführt worden.
Am 2. postoperativen Tag zeigten sich ein Hypopyon von 2,4 mm und eine Glaskörperinfiltration ohne Hornhautbeteiligung. Aus einem Kammerwasser- und Glaskörperaspirat wurde Agrobacterium radiobacter nachgewiesen.  
Ergebnisse
Trotz dreimaliger Vorderkammerspülung mit Cefotaxim / Vancomycin und systemischer Gabe von Cefotiam / Ciprofloxacin sowie topischen Gyrasehemmern und Gentamicin persistierte die intraokulare Entzündung mit Hypopyon. Erst nach Eingabe von 0,4 mg Amicacin und 0,4 mg Dexamethason in die Vorderkammer und den Glaskörper sowie i.v.-Therapie nach mittlerweile vorliegendem Antibiogramm mit Ciprofloxacin, Imipenem und Cilastatin kam es zur langfristigen Besserung. Im weiteren poststationären Verlauf klarte das Transplantat unter Dexamethason 0,1% AT und Oberflächenpflege auf. Der Visus stieg bis zur letzten Kontrolle nach 3 Wochen auf 0,1 an. Die Kultur des korneoskleralen Spenderrestes zeigte auch nach 4 Wochen kein Keimwachstum.
Schlussfolgerungen
Dies ist der erste Bericht über eine Endophthalmitis durch Rhizobium (Agrobacterium) radiobacter nach Keratoplastik. Der Erreger ist oft multiresistent und wächst bevorzugt auf Kunststoffen. In den anderen 4 bislang berichteten Fällen wurden eher chronische Verläufe beschrieben. Möglicherweise hat die Kombination einer Keratoplastik mit sekundärer Implantation einer PMMA-Linse neben patienteneigenen Faktoren diese akute Endophthalmitis begünstigt.

 
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