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Abstract

P 028

Mushroom Keratoplastik: reversierte posteriore Lamelle Korrektur

Toam Katz1, Stephan Johannes Linke1, Maren Klemm1, Gisbert Richard1, Massimo Busin2
1Universitäts-Augenklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 2Department of Ophthalmology, Villa Serena Hospital, Forli, Italy

Hintergrund
Wir berichten über einen Patienten, bei dem die posteriore Lamelle einer “Mushroom Keratoplastik” versehentlich mit dem Endothel nach anterior implantiert wurde und über die korrigierende Revisionsoperation.
Methode
Bei einem 37 Jahre alten Keratokonuspatienten wurde wegen zentraler Narbe und minimaler Pachymetrie von 229µm eine “Mushroom” lamellär penetrierende Keratoplastik durchgeführt (Busin et al. ). Die Wirtshornhaut wurde mit einem Barron Trepan (9mm) lamellär (~200µm) manuell disseziert und anschließend mit dem Best Trepan zentral (6,5mm) durchgreifend trepaniert. Die Spenderhornhaut wurde mit einem automatisierten Mikrokeratom (Moria, France) vorbereitet. Die hintere Lamelle wurde endothelseitig markiert. Die vordere Lamelle wurde mit zwei versetzt fortlaufenden Fäden fixiert, die hintere Lamelle wurde mithilfe von Luft an der vorderen  Lamelle nahtlos adaptiert. Direkt postoperativ zeigte sich eine gute Adaptation der beiden Lamellen. Einen Monat nach Operation war die hintere Lamelle aufgeklart, die vordere Lamelle noch ödematos und mit Stromaquellung. Eine partielle Spaltbildung zwischen den Transplantaten konnte auch durch erneute Luftinjektion in die Vorderkammer nicht vollständig behoben werden. Das spiegelverkehrte Residuum der endothelen Markierung und die konfokale Mikroskopie (Rostock Cornea Modul) bestätigten den Verdacht, daß die posteriore Lamelle mit dem Endothel nach anterior transplantiert worden war. Die vordere Lamelle war nach 2 Monaten trotz intensiver lokaler Steroidtherapie noch ödematös, weshalb eine Revisionsoperation notwendig wurde: durch einen 3,2mm kornealen Tunnel wurde die posteriore Lamelle entfernt, durch eine neue Spenderlamelle ersetzt und erneut mit Luft an die alte anteriore Lamelle adaptiert.
Ergebnisse
Es kam zu einer raschen Adaptation der neuen posterioren an die alte anteriore Lamelle mit raschem Aufklaren der Transplantate und begleitendem Anstieg der bestkorrigietren Sehschärfe.
Schlussfolgerungen
Eine versehentlich invers (Endothel nach anterior) transplantierte posteriore Lamelle verblieb vital auch noch zwei Monate nach Transplantation. Die posteriore Lamelle konnte  in unserem Fall durch einen 3,2mm kornealen Tunnel ausgetauscht  werden, ohne daß die anteriore Lamelle wiedereröffnet werden mußte. Eine klare und eindeutige Markierung intraoperativ der posterioren Lamelle ist für die Prognose und den Verlauf der Keratoplastik entscheidend und deshalb dringend zu empfehlen.

 
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