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Abstract

P 029

Thermokauterisation nach Wessely bei mikrobieller Keratitis: klinische Ergebnisse

Anna Kermani, Philip Maier, Daniel Böhringer, Thomas Reinhard
Universitäts-Augenklinik Freiburg

Hintergrund
Die Thermokauterisation nach Wessely dient der Behandlung von konservativ nicht beherrschbareren bakteriellen und mykotischen Hornhautinfektionen. Durch die Erhitzung im entzündeten Hornhautareal kann die Keimzahl entscheidend reduziert werden, was zu einem rascheren Abheilen der Infektion führt. Ziel unserer Arbeit war die retrospektive Auswertung aller im Zeitraum von 2002-2008 konsekutiv behandelten Patienten.
Methode
Insgesamt wurden 211 Thermokauterisationen, bei schwersten Hornhautinfektionen mit starkem intraokularem Reizzustand bis hin zu Hypopyon und Durchwanderungsendophthalmitis durchgeführt. Die Krankenblätter wurden hinsichtlich der Grunderkrankung sowie des Verlaufs nach der Thermokauterisation aufgearbeitet. Hier wurden der Zeitpunkt einer etwaigen Keratoplastik im Verlauf sowie die langfristig resultierende Sehschärfe recherchiert.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 196 bakterielle und 15 mykotische Infektionen behandelt. Das durchschnittliche Alter aller Patienten betrug 58 Jahre (13-95 Jahre), die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit 312 Tage. Insgesamt wurden in dieser Zeitspanne 35 perforierende Keratoplastiken durchgeführt, davon 15 innerhalb der ersten Woche 'à chaud'. Im Verlauf wurden sieben, überwiegend bereits vor der Infektion erblindete Augen enukleiert, bei denen die Infektion weder konservativ noch operativ beherrschbar war. Die Ursachen für die Hornhautinfektion waren: Liderkrankungen (34 Augen), Epitheldefekte bei Herpesrezidiven (26), Kontaktlinsen (27), Oberflächenkomplikationen nach perforierender Keratoplastik (23) oder Hornhautverletzung (25). Bei 76 weiteren Fälle war den Akten keine Ursache für die Hornhautinfektion zu entnehmen. Die mediane bestkorrigierte Funktion der Augen ohne Keratoplastik und nach Keratoplastik à chaud betrug jeweils Fingerzählen (Lichtschein bis 0,4); nach elektiver Keratoplastik betrug die mediane Sehschärfe indes 0,3 (0,08 bis 0,5).
Schlussfolgerungen
Trotz Thermokauterisation ist die Prognose der hier berichteten schwersten Hornhautinfektionen angesichts der 3% Enukleation bzw. 7% 'à chaud' Keratoplastiken insgesamt ungünstig. Die Thermokauterisation ermöglichte allerdings in der Regel das Abheilen der konservativ nicht beherrschbaren Hornhautinfektion. So wurde vermutlich der Anteil von à chaud Keratoplastiken zugunsten der prognostisch günstigeren Hornhauttransplantation im entzündungsfreien Intervall minimiert.

 
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