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Abstract
P 036
Chondroitinase ABC und Endo-ß-Galactosidase (Keratanase) zur enzymalen Freilegung der Descemetmembran bei der tiefen anterioren lamellären Keratoplastik
Sylvia Stadler, Philip Maier, Daniel Böhringer, Thomas Reinhard
Universitäts-Augenklinik Freiburg
Hintergrund
Die tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK) stellt bei Hornhauterkrankungen mit gesundem Endothel (z.B. Keratokonus) ein alternatives Operationsverfahren zur perforierenden Keratoplastik dar. Hierbei werden selektiv die vorderen Hornhautanteile transplantiert, während das Endothel erhalten bleibt. Trotz der Entwicklung verschiedener manueller Operationstechniken und der Einführung des Femto-Sekunden-Lasers gelingt die vollständige Freilegung der Descemetmembran (DM) in bis zu 60% der Fälle nicht. Ziel unserer Studie ist es zu untersuchen, ob die DM-Freilegung durch eine enzymatische Andauung des Hornhautstromas erleichtert werden kann.
Methode
An einem künstlichen Vorderkammersystem wurden mittels Femto-Sekundenlaser an für Transplantationszwecke ungeeigneten Hornhäuten je 4 tiefe anteriore lamelläre Hornhautschnitte (450µm Tiefe, 3mm Durchmesser) durchgeführt. Die entstandenen Vertiefungen wurden entweder mit 10µl PBS oder 10µl Enzymlösung (Keratanase: 0,1 und 0,2mg/ml, Chondroitinase: 1 und 0,5µmol/ml) gefüllt und 5, 10 oder 20 Minuten bei Raumtemperatur inkubiert. 50% der Vertiefungen wurden mittels Hockeymesser nachbearbeitet. Es folgte eine histologische Aufarbeitung.
Ergebnisse
Bei der enzymatischen Andauung mit beiden Enzymen kam es histologisch zu einer vergleichbaren Auflockerung des verbleibenden stomalen Gewebes. Die DM ließ sich mittels Hockey-Messer nach enzymatischer Andauung häufiger als nach PBS Behandlung freilegen. Allerdings kam es beim Versuch der DM-Freilegung mittels Hockeymesser nach Enzymandau häufiger zu einer DM-Ruptur als nach Behandlung mit PBS.
Schlussfolgerungen
Eine enzymatische Andauung der Stromareste mit Chondroitinase ABC und Endo-ß-galactosidase nach tiefer anteriorer lamellärer Stromaabtragung mittels Femtosekundenlaser führte zu einer deutlichen Auflockerung des Stromas. Das enzymatisch vorbehandelte Reststroma ließ sich mit dem Hockeymesser wesentlich leichter entfernen als das unbehandelte. Jedoch kam es hiernach häufiger zu DM-Rupturen. Zu welchem Zeitpunkt während einer DALK ein Einsatz dieser Enzyme sinnvoll sein könnte, soll in weiteren Untersuchungen geklärt werden. |
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