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Abstract

P 037

Klinische Dauertestung eines Amnionmembranträgers

Constantin E. Uhlig, Holger Busse

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster

Hintergrund
Der in unserer Klinik entwickelte Amnionmembranträger wurde im Rahmen einer klinischen Studie getestet und dabei auf seine Nebenwirkungsfreiheit untersucht.
Methode
Ein 27-jähriger männlicher Patient mit regelrechter Lidkonfiguration und akuter Verätzung der Binde- und Hornhaut durch Hypochloritlösung (Grad III nach Rooper-Hall, Visus 0,4), wurde mithilfe eines Amnionmembranträgers der insgesamt 28 Tage kontinuierlich getragen, jedoch alle sieben Tage mit einer kryokonservierten Amnionmembran neu belegt wurde (Hybrid), behandelt. Die konservative Therapie bestand aus Ofloxacin AT 4x/d, Dexamethason-21-(3-sulfobenzoat) AT 5x/d sowie Hyaluronsäure AT 3x/d. Untersuchungen des vorderen und hinteren Augenabschnitts erfolgten zum Zeitpunkt der Amnionmembranwechsel bzw. deren endgültigen Entfernung, ferner nach Ablauf von 3 Monaten.
Ergebnisse
Die Einlage des Hybriden gestaltete sich atraumatisch und einfach sowie für den Patienten schmerzfrei. Der mit Membran versehene Amnionmembranträger erwies sich, ähnlich Kontaklinsen, mobil und durch den Lidapparat gehalten, hinreichend ortstabil. Die zuvor beklagten okulären Schmerzen waren bereits am ersten Behandlungstag reduziert. Eine der vier Amnionmembranen zeigte am siebten Tag eine zentrale Perforation, die drei weiteren waren komplett erhalten. Am Behandlungstag 28 war das Hornhautepithel des Patientenauges komplett geschlossen und die Bindehaut- und Limbusregion im Vergleich zum Eingangsbefund deutlich reizfreier. Lokale oder systemische Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Der Visus betrug zum Therapieende 0,5 sowie nach drei Monaten 1.0.
Schlussfolgerungen
Der o.g. Hybrid, bestehend aus Amnionmembran und Träger, wurde 28 kontinuierliche Tage subjektiv gut akzeptiert und stellt eine mögliche, atraumatische Alternative zum fadenfixierten Amnionmembran-Overlay dar. Weitere Studien zielen auf die individuell erforderliche formale Ausgestaltung des Trägers bei unterschiedlicher Lidanatomie und Bulbusgröße.

 
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