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Abstract

P 039

Meibomdrüsen-Karzinom

Lutz Becker, Gerhard K. Lang, Stephan Eckert
Universitäts-Augenklinik Ulm

Hintergrund
Die Gruppe der Tumore des Augenlides umfasst zahlreiche benigne und maligne Läsionen. Während benigne Tumore in der Regel klinisch beobachtet oder gegebenenfalls chirurgisch exzidiert werden, ist bei malignen Tumoren des Lides die radikale Entfernung mit anschließender plastischer Rekonstruktion des Defektes die Therapie der Wahl. Maligne Tumoren werden häufig lange Zeit als harmlose entzündliche Veränderungen fehlgedeutet, was die Erstdiagnose eines malignen Tumors oftmals verzögert.
Methode
Untersucht wurde ein 74-jähriger Patient mit einem Oberlidtumor am linken Auge.
Ergebnisse
Der Patient stellte sich im April 2008 mit einem seit einigen Monaten bestehenden größenprogredienten Tumor am linken Oberlid vor. Überwiesen wurde der Patient vom niedergelassenen Augenarzt mit der Verdachtsdiagnose eines Chalazions. In der klinisch-ophthalmologischen Untersuchung zeigte sich ein geröteter, knotig prominenter Oberlid-Tumor, mit tarsal erosiver Oberfläche links. Der Visus betrug rechts 0,9 und links 0,7. Ansonsten zeigte sich neben einer beginnenden Katarakt beidseits ein morphologisch regelrechter ophthalmologischer Befund. Wir führten eine Probebiopsie des Tumors durch. Histologisch handelte es sich um ein gering differenziertes, minimal verhornendes, invasiv wachsendes Talgdrüsen-Karzinom. Anschließend erfolgte die Exzision des Befundes und Rekonstruktion des Defektes mit einer Lid-Plastik nach Cutler-Beard. Das Staging ergab keinen Hinweis auf Filiae. HNO-ärztlich konnten in den regionären Lymphknoten außer einer postoperativ-reaktiv zu wertenden Lymphknotenschwellung links keine Pathologica gefunden werden. Im Juli 2008 führten wir dann die Lideröffnung durch.
Schlussfolgerungen
Das Meibom-Drüsen-Karzinom ist insgesamt selten, gehört aber zu den am häufigsten metastasierenden malignen Lidtumoren. Es ist meist am Oberlid lokalisiert und zeigt ein destruierendes Wachstum. Nicht selten wird es initial als chronische Blepharitis, Hordeolum oder wie in diesem Fall als Chalazion fehlgedeutet. Deshalb sollte man, insbesondere beim älteren Patienten, bei Therapieresistenz oder Befundprogredienz ein malignes Geschehen in Erwägung ziehen und eine weitere Abklärung im Sinne einer histopathologischen Diagnostik durchführen. Beim Meibomdrüsen-Karzinom ist die radikale chirurgische Exzision mit anschließender plastischer Rekonstruktion des Defektes obligat.

 
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