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Abstract
P 048
Rezidiv einer Dermoidzyste der Tränendrüse
Urs D. A. Müller-Richter1, Oliver Driemel2, Julia Katinka Müller-Richter3
1Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg; 3Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg; 3Augenzentrum Würzburg
Hintergrund
Dermoidzysten sind reife zystische Teratome. Sie zählen zu den Keimzelltumoren und entstehen aus Gewebe, das während der Embryonalentwicklung versprengt wurde. Daher können sie Komponenten aus allen drei Keimblättern enthalten. Makroskopisch erkennt man reife Teratome an ihrem zystischen Hohlraum. Der Zysteninhalt besteht aus gelbem teigartigem Material und ist oft mit Haaren durchsetzt. Die Zystenauskleidung besteht aus Oberhautgewebe. Reife Teratome sind in der Regel gutartig, können aber einer malignen Transformation unterliegen. Hauptlokalisationen sind Eierstöcke und Eileiter, seltener Kopfbereich (v.a. intracraniell) und männlicher Hoden. Therapie ist die operative Entfernung.
Methode
Ein 56 jähriger Mann stellte sich zur Abklärung eines Zufallsbefundes einer kernspintomographischen Untersuchung vor, die einen scharf begrenzten Tumor in der Fossa lacrimalis mit 1,8 x 1,3 x 1,8cm Durchmesser zeigte. Außer einem lokalen Druckgefühl hatte der Patient zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden. Allgemeinerkrankungen lagen nicht vor.
Ergebnisse
Die histologische Schnellschnittuntersuchung nach Excision ergab eine fortgeschrittene, regressiv veränderte, epitheliale Zyste mit ausgeprägter Fremdkörperreaktion und mehrkernigen Riesenzellen und kleinfokal nachweisbaren Haarzellen. Anhalt für Malignität ergab sich nicht. 7 Jahre später stellte sich der Patient erneut vor. Die kernspintomographische Untersuchung ergab eine 2,4 x 1,4 cm große Raumforderung im Bereich der linken Tränendrüse zwischen Bulbus, M. rectus lateralis und lateraler Orbitawand. Die Tränendrüse war nicht abgrenzbar. Interdisziplinär erfolgte eine Excision über eine laterale Orbitotomie in sano. Histologisch wurde die Verdachtsdiagnose eines Rezidivs der bekannten gutartigen Dermoidzyste bestätigt.
Schlussfolgerungen
Der von uns präsentierte Fall zeigt die extrem seltene Lokalisation einer Dermoidzyste im Bereich der Tränendrüse. Trotz der seltenen Inzidenz sollte die Dermoidzyste als Differentialdiagnose bei einer einseitigen Oberlidschwellung in Betracht gezogen werden. |
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