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Abstract

P 051

Cyberknife Radiochirurgie von Meningeomen mit Orbitabezug

Martin M. Nentwich1, Ulrich C. Schaller1, Annemarie Klingenstein1, Alexander Muacevic2, Berndt Wowra2, Jörg-Christian Tonn3, Anselm Kampik1
1Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, München; 2Europäisches Cyberknife Zentrum München-Großhadern, München, 3Neurochirurgische Klinik der Ludwig-Maximilians Universität, München

Hintergrund
Meningeome, auf die Orbita beschränkt, als Ausläufer intrakranieller Tumoren oder als reine Optikusscheidenmeningeome, können Sehstörungen, bestehend aus Visusminderung und Gesichtsfelddefekten (GF-Defekte) unterschiedlichen Ausmaßes hervorrufen. Die Behandlung klinisch manifester oder radiologisch progredienter Meningeome stellt eine interdisziplinäre therapeutische Herausforderung für Orbita-, Neuro- und Radiochirurgen dar. Oftmals verbleiben nach mikrochirurgischer Tumorresektion operativ nicht entfernbare Tumoranteile mit entsprechend hohem Rezidivrisiko.
Methode
Die Radiochirurgie soll als mögliches ergänzendes therapeutischen Instrument mit dem Ziel der Tumorkontrolle unter Erhalt der visuellen Funktion untersucht werden.
Ergebnisse
In einer ersten Serie wurden an unserer Klinik 2 Patienten mit orbitalen Meningeomen und eine Patientin mit Optikusscheidenmeningeom mit dem Cyberknife behandelt. Es zeigte sich bei allen Patienten eine gute lokale Tumorkontrolle mit einhergehender Verbesserung von Gesichtsfeld und Visus.
Patientin 1 (Keilbeinflügelmeningeom mit Orbitabeteiligung) wurde mit zunehmenden GF-Defekten und Visusminderung von 1,0 auf Metervisus trotz zweimaliger Vor-Op mit Optikusdekompression und Meningeomteilentfernung der Cyberknife Radiochirurgie zugeführt. Nach Behandlung kam es bei nunmehr 16 monatigem Follow-up zu einer Erholung des Visus auf 1,0 und vollständiger Rückbildung der GF-Defekte.
Patientin 2 (Meningeom im Sinus cavernosus und Fiss. orb. sup. mit intraorbitalem Anteil) zeigte ebenfalls bei (fraktionierter) Bestrahlung posteroperativ verbliebener Tumorreste bei 18 monatigem Follow-Up einen stabilen Visus von 0,8 mit Rückgang der GF-Defekte.
Patientin 3 (Optikusscheidenmeningeom) wurde aufgrund der Tumorkonfiguration bei nahezu vollständigem Gesichtsfeldverlust und einem Visus von 0,5 primär fraktioniert radiochirurgisch behandelt. Hier kam es bei 7 monatigem Follow-up zu einer Visusverbesserung auf 0,63 und einem deutlichen Rückgang der GF-Defekte.
Schlussfolgerungen
Die Radiochirurgie ist eine neue Methode in der Behandlung von orbitalen Meningeomen, welche eine exakte Bestrahlung des Zielbereichs in mehreren Sitzungen und somit eine größtmögliche Schonung des N. opticus ermöglicht. Eine Kombination von mikro- und radiochirurgischen Techniken scheint eine gute Tumorkontrolle unter Erhalt der Funktion zu gewährleisten, bedarf hinsichtlich der optimalen Therapiestrategien jedoch noch einer Evaluation in weiteren Studien.

 
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