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Abstract

P 056

Plattenepithelkarzinom der Bindehaut mit Orbitabeteiligung

Teresa Wacker, Stephan Eckert

Universitäts-Augenklinik Ulm

Hintergrund
Die Gruppe der Tumore des okulären Oberflächenepithels umfasst eine Vielzahl von unterschiedlichen benignen und malignen Läsionen. Während die benignen Tumore durch Beobachtung oder chirurgische Entfernung gut behandelt werden können, steht bei Präkanzerosen und malignen Tumoren die sichere Tumorkontrolle bei der Wahl der Therapie im Vordergrund.
Methode
Untersucht wurde eine 85-jährige Patientin mit Bindehaut-Tumor am linken Auge.
Ergebnisse
Die Patientin stellte sich im November 2008 mit einem seit 2 Wochen aufgefallenen Bindehauttumor am linken Auge vor. Bei der Patientin waren außer einer arteriellen Hypertonie noch eine Demenz bekannt. In der Untersuchung zeigte sich am linken Auge temporal ein verschieblicher, prominenter, verhornender Bindehauttumor, welcher sich druckschmerzhaft und eitrig darstellte. Der Visus betrug rechts 0,4 und links 0,7. Der Fundus war beidseits altersentsprechend unauffällig. Im Sehschulstatus zeigte sich eine mechanische Einschränkung im Bereich der Abduktion sowie gering der Adduktion und ein Senkungsdefizit. Wir führten eine Probebiopsie durch. Histologisch handelte es sich um Verbände eines mittelgradig differenzierten, ausgeprägt verhornenden, soeben beginnend invasiven Plattenepithelkarzinoms mit erheblicher Entzündungsreaktion. Die durchgeführte Computertomographie mit Kontrastmittel zeigte eine linksseitig sichtbare Raumforderung ventrolateral des linken Bulbus oculi, die nicht klar von der Tränendrüse zu trennen war mit einer Größe von 20x10x31 mm. Eine tumoröse Infiltration des linken Bulbus oculi oder der knöchernen Grenzen der linken Orbita konnte nicht nachgewiesen werden. Im Rahmen eines Tumorboards wurde der Befund der Patientin interdisziplinär erörtert. Aufgrund des Alters und der Oculus melior-Situation der Patientin wurde eine begrenzte, bulbuserhaltende Tumoroperation mit anschließender postoperativer Radiatio durchgeführt.
Schlussfolgerungen
Das konjunktivale Plattenepithelkarzinom ist der häufigste maligne konjunktivale Tumor, wächst lokal destruktiv und ist meistens in der Lidspalte lokalisiert. Die komplette Exzision mit tumorfreien Schnitträndern gilt als Goldstandard. Dennoch kann bei diffuser Ausdehnung und großen Tumoren wie in unserem Fall eine komplette Exzision im Gesunden nicht möglich sein. Hier sind adjuvante Therapien wie Strahlen- und Kryotherapie oder eine lokale Chemotherapie mit Mitomycin C oder Interferon alpha 2b nötig.

 
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