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Abstract
P 058
Unklare Visusminderung mit einseitiger Cephalgie bei intraorbitalem Hämangiom
Verena Engelmann1, Sarah Pfrommer1, Michael Stoffel2, Chris Patrick Lohmann1, Ralph-Laurent Merté1
1Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München; 2Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München
Hintergrund
Orbitale Raumforderungen machen ca. 25 % aller orbitalen Erkrankungen aus. In 2/3 der Fälle handelt es sich dabei um benigne, verdrängende und in 1/3 der Fälle um maligne, infiltrative Prozesse.
Das kavernöse Hämangiom ist mit 5 % das häufigste Neoplasma der Orbita. Das Leitsymptom ist der langsam progrediente schmerzlose Exophthalmus. Es sind keine malignen Transformationen oder Rezidive bekannt.
Methode
Case report: Wir berichten über einen 27-jährigen männlichen Patienten, der sich aufgrund einer seit ca. drei Wochen bestehenden rechtsseitigen Cephalgie mit Visusminderung und Verschwommensehen in unserer Notaufnahme vorstellte.
Der bestkorrigierte Visus war bei bestehender Hyperopie am rechten Auge (+4,50/-1,50/175°) 0,70 und am linken Auge (+0,25/-1,00/5°) 0,80. Funduskopisch zeigte sich eine rechtsseitige Papillenschwellung sowie peripapilläre Netzhautfalten. In der OCT und in der Fluoreszenzangiographie konnte der klinische Befund bestätigt werden.
Aufgrund des Verdachtes einer retrobulbären Raumforderung wurde eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Retrobulbär und streng intraorbital rechts fand sich eine rundliche solide Raumforderung mit einer Größe von 25x18x18mm, die den Nervus opticus nach medial verdrängte, isointens in T1, hyperintens in T2 erschien und inhomogen Kontrastmittel anreicherte.
Ergebnisse
Es wurde eine Kombinationstherapie aus einer lateralen und superioren Orbitotomie komplikationslos durchgeführt. Postoperativ bildete sich die einseitige Papillenschwellung und die Fältelung der Netzhaut am rechten Auge zurück. Der Visus stieg rechts auf (+4,50/-1,50/175°) 0,90 an. In der postoperativen Magnetresonanztomographie lag eine periorbitale Gewebeverdichtung mit noch deutlicher GD-Anreicherung, im Sinne eines postoperativen Ödems, im Bereich der Orbita vor. Die Raumforderung war nicht mehr abgrenzbar. Eine weitere Bildgebung ist im Verlauf geplant.
Schlussfolgerungen
Bei rascher Progredienz retrobulbärer Tumoren mit einer progredienten Visusminderung ist das sofortige operative Vorgehen entscheidend. Die Kombination aus lateraler und superiorer Orbitotomie führte in diesem Fall zu einem subjektiv und objektiv zufriedenstellenden Ergebnis. |
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