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Abstract
P 065
Bestimmung der zeitlichen Kontrastempfindlichkeit nach Flimmeradaptation im LED-Ganzfeld bei gesunden Normalprobanden
Christopher Rössler, Folkert Horn, Jan Kremers, Anselm Jünemann
Universitäts-Augenklinik Erlangen
Hintergrund
In den letzten Jahren wurden neue funktionelle Tests mit Messung der zeitlichen Kontrastempfindlichkeit (ZKE) zur Früherkennung des Glaukoms entwickelt. Grundlage ist die Theorie eines selektiven Ganglienzellenschadens in einer zahlenmäßig geringen und wenig redundanten Ganglienzellgruppe. Die Messung der ZKE mit Helligkeitsflimmerreizen kann selektiv die Funktion des magnozellulären Systems überprüfen. Durch eine zusätzliche neuronale Rückkopplung mit z.B. Flimmerlicht als Belastungsstimulus kann die Sensitivität und Spezifität dieser Teste möglicherweise erhöht werden. Ziel der vorliegenden Studie war die Beschreibung der ZKE unter Flimmeradaptation im LED-Ganzfeld bei gesunden Normalprobanden um eine geeigneten Adaptations- und Messbedingung für weitere Messungen an Glaukompatienten zu identifizieren.
Methode
Bei 7 Normalprobanden wurde die ZKE in einer LED Ganzfeldkuppel mit konstanter mittlerer Beleuchtung von 159 Troland nach Flimmeradaptation gemessen. Die Flimmeradaptation wurde mit 9 Frequenzen (9, 15, 20, 25, 31, 37, 44, 51 und 100Hz) durchgeführt. Für jede Flimmeradaptationsfrequenz wurde die ZKE mit den gleichen Frequenzen, außer 100Hz, bestimmt. Nach der Adaptationsfrequenz mit 100% Kontrast für 20s wechselten sich 5s Messphasen und 5s Re-Adaptationsphasen kontinuierlich ab. In den Messphasen wurde der Kontrast stufenweise bis zum Erkennen durch den Probanden erhöht. Der Mittelwert aus 3 Schwellenbestimmungen ging in die Auswertung ein. Die ZKE bei 100Hz Adaptationsfrequenz ist identisch mit der unadaptierten ZKE. Zur Beschreibung des Einflusses von Flimmerstress auf die ZKE wurde ein „Kurven-Verschiebefaktor“ berechnet.
Ergebnisse
Es zeigte sich, dass Flimmerstressadaptation zu einer gleichmäßigen Reduzierung der ZKE über das gesamte Messfrequenzspektrum führte. Kerben bei bestimmten Adaptationsfrequenzen traten nicht auf. Die ZKE war für alle Adaptationsbedingungen im Vergleich zur 100Hz Kurve (= unadaptierte ZKE) signifikant erniedrigt (ANOVA, p≤0,001). Der Verschiebefaktor war bei einer Adaptationsfrequenz von 25 Hz mit 4,6±1,87 am größten.
Schlussfolgerungen
Flimmerstress mit einer Frequenz von 25 Hz hat den größten Einfluss auf die ZKE im LED Ganzfeld. Die Wertigkeit der Flimmeradaptation im Bezug auf eine Früherkennung des Glaukoms wird derzeit überprüft. |
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