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Abstract
P 066
Effekt der transkornealen Elektrostimulation auf die Retinafunktion nach Lichtschädigung
Gabriel Willmann, Hua Zhang, Andre Messias, Andreas Schatz, Eberhart Zrenner, Karl Bartz-Schmidt, Florian Gekeler
Universitäts-Augenklinik Tübingen
Hintergrund
Ziel dieser Studie war, den Effekt der transkornealen Elektrostimulation (TES) mittels Goldringkontaktlinsenelektrode nach starker Lichtschädigung der Retina zu untersuchen.
Methode
Acht Sprague-Dawley Ratten (Alter 4 Wochen, Gewicht 80-100g) wurden mindestens 12h dunkeladaptatiert, bevor sie für 6 Stunden intensiver Lichtschädigung ausgesetzt wurden (20000 Lux). An den Tagen 0, 7 und 14 nach Lichtschädigung wurden Elektroretinogramme (ERGs) registriert. Die Ratten wurden in zwei Gruppen unterteilt: Kontrollgruppe (n=5) und TES (n=3). TES wurde einmal direkt vor der Lichtschädigung mittels einer speziell hergestellten Goldringkontaktlinsenelektrode am rechten Auge angewendet. Dabei wurde ein Neurostimulator (TWISTER) verwendet: 1 ms-biphasische Spannungspulse; 30 min Dauer; 20 Hz Frequenz; 0.1 mA Spannung.
Ergebnisse
Nach zwei Wochen zeigten sich am rechten, TES stimulierten Auge, an dunkeladaptierten Ratten statistisch signifikante Unterschiede der ERG Werte für Zapfen-Stäbchen Antworten auf einen Standardblitz (3 cd*s/m²): a-Wellenamplitude (µV): 77.02±24.64 vs. 149.66±17.00; a-wave implicit time (ms): 12.00±3.05 vs. 16.33±0.33; b-Wellenamplitude (µV): 273.90±75.47 vs. 598.59±75.29; b-Wellen Latenzzeit (ms): 50.00±8.07 vs. 73.00±1.53; Oszillatorische Potentiale (µV x ms): 575.88±156.67 vs. 1184.99±154.80. Signifikante Unterschiede nach Naka-Rushton: Vmax (µV): 327.11±28.33 vs. 565.86±65.31; k (log cd*s/m²): -2.86±0.09 vs. -2.57±0.00. (Kontrollgruppe vs. TES; mean±SEM)
Keine statistisch signifikanten Unterschiede der a-Wellen, b-Wellen oder oszillatorischer Potentiale wurden am linken Auge der beiden Gruppen nach skotopischer und photopischer ERG Messung gefunden.
Schlussfolgerungen
Unsere Daten zeigen, dass transkorneale Elektrostimulation die Erholung des retinalen Gewebes nach Lichtschädigung verbessert und dadurch einen potentiell neuroprotektiven Schutzmechanismus darstellt. Durch die Anwendung der transkornealen Elektrostimulation erhöht sich die Toleranz gegenüber Lichtschädigung. |
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