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Abstract

P 068

Einfluss von Lucentis auf Gefäßvorläuferzellen bei Patienten mit feuchter Altersbedingter Makuladegeneration

Michelle Berna-Thill
Universitäts-Augenklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Hintergrund
Gefäßvorläuferzellen aus dem Knochenmark scheinen im Tiermodell einen Teil der choroidalen Neovaskularisation zu bilden. Wir haben gezeigt, daß Gefäßvorläuferzellen auch im Blut von Patienten mit feuchter Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) im Vergleich zu gleichaltrigen Patienten ohne AMD oder mit trockener AMD vermehrt vorkommen. Bei der Mobilisierung aus dem Knochenmark spielt VEGF möglicherweise eine Rolle. Im folgenden wurden daher Gefäßvorläuferzellen bei Patienten mit feuchter AMD im Verlauf der Anti-VEGF-Therapie mit Ranibizumab (Lucentis®) untersucht.
Methode
Patienten mit unbehandelter feuchter AMD wurde vor der 1., 2. und 3. intravitrealen Lucentis®-Injektion sowie 4 Wochen nach der 3. Injektion 32 ml Blut entnommen. Die mononukleäre Zellfraktion wurde über ein Ficoll-Verfahren separiert, und die Zellen wurden in pro-angiogenem Medium (EGM-2MV, Lonza) auf Fibronektin kultiviert. Die Kulturen wurden ab dem 7. Tag täglich auf Zellcluster von Late Outgrowth Endothelial Progenitor Cells (OEC) untersucht. Der Tag des Erscheinens erster OEC-Cluster sowie die Gesamtzahl von Zellcluster wurde notiert. Vor und nach der Lucentis®-Therapie wurde eine ophthalmologische Untersuchung einschließlich Fluoreszenzangiographie und OCT durchgeführt.
Ergebnisse
Bisher wurden komplette Blutproben von 15 Patienten gewonnen. Die Dauer bis zum Erscheinen erster OEC betrug im Durchschnitt 11.4, 13, 14.3 und 9.7 Tage vor der 1., 2., und 3. Lucentis-Injektion sowie 4 Wochen nach der 3. Injektion. Die Zellen erschienen vor der 3. Injektion signifikant langsamer als vor Therapiebeginn. Die Zahl von OEC-Cluster/20 ml Vollblut betrug im Durchschnitt 3.5, 3.8, 2.4 und 11.6 jeweils  vor der 1., 2. und 3. Injektion sowie 4 Wochen nach der 3. Injektion. Die Zahl von OEC-Cluster veränderte sich nicht statistisch signifikant. Bei 2 Patienten war die Anzahl von OEC-Cluster vor Therapiebeginn sehr stark erhöht und fiel im Rahmen der 2. und 3. Injektion deutlich ab. Bei diesen Patienten kam es klinisch zu einer Visusstabilisierung sowie Rückbildung der CNV und Ödem.
Schlussfolgerungen
Erste Ergebnisse deuten einen möglichen hemmenden Einfluss der Anti-VEGF-Therapie auf Gefäßvorläuferzellen bei Patienten mit feuchter AMD an. Weitere Patienten werden laufend untersucht, um anhand eines größeren Kollektivs die Zusammenhänge zwischen klinischem Erscheinungsbild, Gefäßvorläuferzellen und Therapieeffekt zu ermitteln.

 
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