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Abstract
P 070
Evaluierung natürlicher und synthetischer Materialien zur subretinalen Transplantation von Pigmentepithelzellen
Anna Katharina Salz, Gabriele Thumann.
RWTH Aachen, Universitäts-Augenklinik, IZKF Biomat., Aachen
Hintergrund
Die subretinale Transplantation von Pigmentepithelzellen mit dem Ziel, degenerierte RPE Zellen zu ersetzen, stellt einen vielversprechenden neuen Ansatz in der Therapie der AMD dar. Vorangegangene Studien zeigten, dass Zellsuspensionen keine Monoschicht im subretinalen Raum bildeten. Ein Lösungsansatz für dieses Problem bietet die Transplantation auf einem Trägermaterial. Das Material sollte abbaubar sein und als temporäre Bruch'sche Membran dienen, bis die Zellen eine native Basallamina gebildet haben.
Methode
In einer Zellkulturstudie wurden natürliche und synthetische Materialien bezüglich ihrer Eigenschaften als Träger für Pigmentepithelzellen und ihrer Bioverträglichkeit untersucht. Die Oberflächeneigenschaften von Membranen aus ultradünnem (7 µm) equinem Kollagen Typ I, humanem Amnion, Seide und nanogesponnenen Polylactid (PLA) Fasern wurden elektronenmikroskopisch analysiert und ihre Hydrophilität mittels Kontaktwinkel gemessen. Anschließend wurden ARPE-19 Zellen und primäre bovine RPE und IPE Zellen auf den Membranen kultiviert und auf ihre Morphologie und Vitalität hin untersucht. Die Bioverträglichkeit der Materialien wurde bis zu 5 Wochen nach subkonjunktivaler Transplantation im Kaninchen evaluiert.
Ergebnisse
Die Oberflächeneigenschaften der Kollagenmembran wies die größte Hydrophilie auf und kam somit den Eigenschaften der nativen Bruch'schen Membran am nächsten. Pigmentepithelzellen bildeten zwar auf allen Materialien Monoschichten aus, jedoch zeigte sich die beste Vitalität und Morphologie auf equinem Kollagen, gefolgt von humanem Amnion, PLA-Fasern und Seidenmembran. In vivo ergab sich nach subkonjunktivaler Transplantation keinerlei Entzündungsreaktion bei equinem Kollagen und humanem Amnion. Lediglich bei Seide und PLA entwickelte sich eine leichte Abstoßungsreaktion an der Transplantationsstelle.
Schlussfolgerungen
Ein Vergleich verschiedener Biomaterialien als Substrat für Pigmentepithelzellen zeigt, dass equines Kollagen Typ I das Überleben und Zellwachstum am besten fördert, dicht gefolgt von humanem Amnion. Deutlich schlechtere Bedingungen ergeben Polylactid-Fasern und Seide als Trägermaterial. Die Überlegenheit des ultradünnen Kollagens kann sowohl durch die Oberflächeneigenschaften und die ausgeprägte Hydrophilie erklärt werden, als auch durch die bessere Bioverträglichkeit in vivo. Natürliche Materialien wie equines Kollagen erscheinen daher für die Transplantation in den subretinalen Raum geeignet. |
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