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Abstract

P 075

Volumenregulation von Müllerschen Gliazellen: Beteiligung spannungsabhängiger Kalzium- und Natriumkanäle

Regina Linnertz1, Andreas Bringmann2, Peter Wiedemann2, Andreas Reichenbach1
1Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Fakultät für Medizin, Universität Leipzig, Leipzig; 2Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Leipzig

Hintergrund
Eine wichtige Funktion Müllerscher Gliazellen ist die retinale Volumen- und Osmoregulation. Eine Schwellung von Müllerzellen kann zur Ausbildung eines zytotoxischen Ödems beitragen. Unter hypotonen Bedingungen kann eine Schwellung von Müllerzellen durch inflammatorische Mediatoren oder oxidativen Stress sowie durch Applikation von Kaliumkanalblockern ausgelöst werden. Wir haben untersucht, ob Rezeptoragonisten, die eine Kalziumantwort in Müllerzellen auslösen, die Zellschwellung von Müllerzellen verhindern können. In weiteren Experimenten wurde die Beteiligung von spannungsabhängigen Natrium- und Kalziumkanälen bei der autokrinen Volumenregulation der Müllerzellen untersucht.
Methode
Akut isolierte Müllerzellen der Ratte wurden mit iso- und hypotoner Lösung perfundiert. Zur Bestimmung der Volumenänderung der Müllerzellen wurde mit Hilfe eines Laser-Scanning-Mikroskops die Querschnittsfläche der Müllerzellkörper ermittelt.
Ergebnisse
Verschiedene Wachstumsfaktoren wie VEGF und HB-EGF, sowie Signalpeptide wie NPY, ANP und Erythropoietin, verhindern die osmotische Schwellung der Müllerzellen. Diese Rezeptoragonisten vermitteln eine kalziumabhängige, exozytotische Freisetzung von Glutamat aus den Müllerzellen. Das freigesetzte Glutamat aktiviert metabotrope Glutamatrezeptoren auf den Müllerzellen; dadurch wird dann eine autokrine schwellungs-inhibitorische purinerge Signalkaskade ausgelöst. Der inhibitorische Effekt der Rezeptoragonisten auf die Schwellung der Müllerzellen konnte durch Blockade von spannungsabhängigen Natrium- und T-Typ-Kalzium-Kanälen verhindert werden.
Schlussfolgerungen
Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass spannungsabhängige Kalziumkanäle in die vesikuläre Freisetzung von Glutamat aus Müllerzellen involviert sind. Der Befund, dass Müllerzellen  spannungsgesteuerte Natriumkanäle besitzen, lässt darauf schließen, dass schnelle Änderungen des Membranpotentials eine notwendige Voraussetzung für die Öffnung von Kalziumkanälen sind.

 
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