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Abstract

P 103

Visualisierung der Papilla nervi optici bei Glaukomen mittels eines autostereoskopischen Displays

Antonio Bergua1, René de la Barré2
1Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 2Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, Berlin

Hintergrund
Glaukome sind eine heterogene Gruppe von Augenerkrankungen mit charakteristischen Veränderungen der Papilla nervi optici. Die klinische Untersuchung dieses morphologischen Befundes ist von entscheidender Bedeutung für die Glaukomdiagnose. Die stereoskopische photographische Dokumentation der glaukomatös exkavierten Papille kann die Entscheidung über eine mögliche Frühveränderung bzw. Progression der Glaukomerkrankung vereinfachen. Ziel dieser Studie war es, die stereoskopische Visualisierung der glaukomatösen Optikusatrophie durch die Benutzung eines autostereoskospischen Displays zu implementieren.
Methode
8 Patienten (5 Frauen, 3 Männer: 38 bis 64 Jahre) aus dem „Erlangen Glaukom Register“ mit klinischen Verdacht auf eine glaukomatöse Optikusatrophie bei einem primären Offenwinkelglaukom wurden in diese Studie eingeführt. Konsekutive stereoskopische Aufnahmen (30°) der Papille wurden mittels einer Funduskamera durchgeführt, eingescannt (SprintScan 35 Plus) und in .jpg-Dateien konvertiert und gespeichert. Anschließend wurden die Bilder auf einem autostereoskopischen Display (Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, Berlin) ohne Hilfsmittel betrachtet.
Ergebnisse
Die Papilla nervi optici von Glaukompatienten ist auf dem autostereoskopischen Free2C Display gut darstellbar und lässt die Exkavation sowie andere 3D relevante anatomische Merkmale für die Evaluation der glaukomatösen Optikusatrophie (Neuroretinaler Randsaum, Kerbe, Steilheit der Innenwand der Exkavation, Tiefe der Exkavation, etc.) visualisieren. Leicht unterschiedliche Aufnahmebedingungen führten zu geringfügigen stereoskopischen Rivalitäten in korrespondierenden Details, die die den räumlichen Eindruck im Stereo-Bildpaar jedoch nur wenig schmälerten.
Schlussfolgerungen
Die Visualisierung stereoskopischer Bilder der Papilla nervi optici von Glaukompatienten ist mittels eines autostereoskopischen Displays möglich. Diese Technik kann die Evaluierung der glaukomatösen Optikusatrophie – und darüber hinaus die Qualität der Frühdiagnose und seine Progression – verbessern.

 
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