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Abstract

P 110

Unterschiedliche Effekte von PDGF und TGF-beta auf die Kontraktilität und Zellmorphologie von Fibroblasten

Tobias Meyer-ter-Vehn, Hong Han
Universitäts-Augenklinik Würzburg

Hintergrund
Postoperative Vernarbung ist der häufigste langfristige Grund für ein Scheitern von filtrierender Glaukomchirurgie. Während der postoperativen Wundheilung beeinflussen verschiedene Zytokine das Verhalten von Fibroblasten, den zellulären Agonisten der Wundheilung.
Ziel der Studie ist die Wirkung von zwei hieran beteiligten Zytokinen, dem Platelet Derived Growth Factor (PDGF) und Transforming Growth Factor beta (TGF-beta), auf Fibroblasten in Bezug auf Transdifferenzierung zu Myofibroblasten, Kontraktionsverhalten und Zellmorphologie zu untersuchen.
Methode
Humane Tenonfibroblasten Kulturen wurden mit TGF-beta und PDGF stimuliert. Myofibroblastäre Transdifferenzierung wurde biochemisch mittels RealTime PCR und Westernblot für das Markergen glattmuskulärem Aktin (SMA) getestet. Kontraktionsverhalten und dreidimensionale Zellmorphologie wurden im Gelkontraktionsassay sowie anschließender konfokaler Mikroskopie untersucht.
Ergebnisse
Während TGF-beta zu einer deutlich Transdifferenzierung zu Myofibroblasten mit SMA Expression führte, bewirkte PDGF nur in hoher Konzentration eine leichte SMA Expression. Im Gegensatz zu PDGF konnte bei Stimulation mit TGF-beta eine Aktivierung von p38 und SMAD Signalkaskade beobachtet werden. Sowohl PDGF als auch TGF-beta bewirken eine Kontraktion von Fibroblasten versetzten Kollagengelen – morphologisch findet sich bei TGF-beta stimulierten Fibroblasten eine bipolare Zellmorphologie mit deutlich intrazellulären Aktin-Stressfasern, wohingegen PDGF zu vermehrten Ausbildung von dentritiformen Zellausläufern, vereinbar mir vermehrter migratorischer Aktivität führte.
Schlussfolgerungen
Während bei Stimulation mit PDGF eine dentritiforme Zellmorphologie, vereinbar mit  vermehrten Migrationsverhalten, beobachtet werden konnte, bewirkte TGF-beta v.a. eine Transdifferenzierung zu Myofibroblasten. Beides sind wesentliche Aspekte der konjunktivalen Wundheilungsreaktion. Ein besseres Verständnis der Wirkung einzelner Botenstoffe ist Grundlage für eine zielgerichtete spezifische Modulation der Wundheilung.

 
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