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Abstract
P 119
Vergleich der Moorfields-Regressionsanalyse (MRA) mit dem Glaucoma Probability Score (GPS) in Patienten mit chronischem Offenwinkelglaukom, okulärer Hypertension und gesunden Probanden
Charlotte Knipper, Norbert Pfeiffer, Esther M. Hoffmann
Universitäts-Augenklinik Mainz
Hintergrund
Ziel dieser Studie war der Vergleich der Moorfields-Regressionsanalyse (MRA) und des Glaucoma Probability Scores (GPS) in Hinblick auf ihre diagnostische Präzision, ihre Übereinstimmung und ihre Beeinflussung durch verschiedene ophthalmologische Parameter.
Methode
In diese prospektive Studie wurde jeweils ein Auge von 50 Patienten mit chronischem Offenwinkelglaukom, von 20 Patienten mit okulärer Hypertension und von 30 gesunden Probanden eingeschlossen. Bei allen Studienteilnehmern wurde eine Anamnese erhoben sowie eine komplette ophthalmologische Untersuchung durchgeführt. Es wurde die diagnostische Trennschärfe von MRA und GPS analysiert, wobei die klinische Beurteilung der Papille den Standard darstellte. Die Übereinstimmung beider Auswertungsverfahren wurde bestimmt. Der Einfluss diverser klinischer Parameter auf die MRA und GPS Klassifikation wurde untersucht.
Ergebnisse
Der GPS ist sensitiver, aber weniger spezifisch als die MRA. Die höchste Sensitivität betrug 0,84 (global, GPS) bzw. 0,54 (temp.- inf., nasal-inf. Sektor, MRA). Die Relation zwischen Sensitivität und Spezifität ist für den GPS günstiger bei Betrachtung der Klassifikation „grenzwertig“ als gesund (bei MRA: „grenzwertig“ als krank). Weder die MRA noch der GPS können zwischen OHT-Patienten und gesunden Probanden differenzieren (p-Werte > 0,05). Die MRA und der GPS stimmen in ca. 90% der Fälle komplett oder partiell miteinander überein. Für den GPS haben das sphärische Äquivalent (je nach Sektor Odds Ratio (OR) von 1,714 bis 2,446) und die Papillengröße (OR von 1,175 bis 1,254) einen Einfluss auf das Vorliegen einer positiven Klassifikation. Für einige MRA-Sektoren haben der Krankheitsschweregrad (globaler, temp.-sup., temp.-inf., nasaler, nasal-inf. Sektor) sowie die Papillengröße (globaler, nasaler, nasal-inf. Sektor und Gesamtklassifizierung) einen Einfluss auf das Vorliegen einer positiven Klassifikation.
Schlussfolgerungen
Sowohl die MRA als auch der GPS können zwischen Glaukomaugen und gesunden Augen unterscheiden, wobei der GPS eine höhere Sensitivität besitzt. Dennoch ist die Übereinstimmung beider Verfahren hoch. Der Kliniker sollte bei der Interpretation der HRT-Befunde die Papillengröße und das sphärische Äquivalent berücksichtigen. Die Klassifikationen durch den HRT sind als ergänzendes diagnostisches Verfahren, nicht aber als alleinige Diagnosemethode zu betrachten. |
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