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Abstract
P 123
Digitale Planimetrie zur Langzeitverlaufskontrolle bei stabilen und progredienten Glaukomen
Christoph Raum1, Arne Viestenz2, Christian Mardin1
1Universitäts-Augenklinik Erlangen; 2Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg
Hintergrund
Ziel dieser Studie war es, mit Hilfe der digitalen Planimetrie den Langzeitverlauf von Sehnervenpapillen bei zwei qualitativ morphologisch sich unterschiedlich entwickelnden Gruppen auch quantitativ zu erfassen, und diese Messergebnisse mit der qualitativ morphologischen Beurteilung zu korrelieren.
Methode
Die Studie umfasst 44 Patienten, bei denen ein mit Fundusphotographien dokumentierter Verlauf der Papillenentwicklung von mindestens acht Jahren vorlag. Bei allen 44 Patienten wurden jeweils die älteste und die neueste vorliegende Fundusphotographie qualitativ morphologisch beurteilt und quantitativ ausgewertet. Nach digital planimetrischer Vermessung aller 88 Bilder durch einen unabhängigen Untersucher ohne Vorkenntnisse über die Patienten erfolgte eine qualitativ morphologische Einteilung. Die eine Gruppe bestand aus Patienten mit Progression einer glaukomatösen Erkrankung, die andere aus solchen ohne.
Ergebnisse
Zu Untersuchungsbeginn war kein signifikanter Unterschied zwischen beiden qualitativ morphologisch unterteilten Gruppen hinsichtlich Papillen- und Exkavationsfläche sowie Fläche des neuroretinalen Randsaums festzustellen. Ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen bestand allerdings in der Differenz des neuroretinalen Randsaums zwischen erstem und zweitem Bild (p=0,01). Während in der Gruppe ohne Glaukomprogression der neuroretinale Randsaum im Mittel nur um 0,06 ± 0,15 mm² abnahm, verringerte er sich in der anderen Gruppe mit Progression um 0,30 ± 0,27 mm². Das entspricht einer jährlichen Abnahme im Durchschnitt nur um 0,0043 ± 0,011 mm² (0,25%/a) in der Gruppe ohne Progression und einer um 0,0228 ± 0,025 mm² (1,9%/a) in der Gruppe mit progredientem Verlauf. Dieser jährliche Unterschied ist signifikant (p=0,003). Die durchschnittliche Beobachtungszeit war in der qualitativ morphologisch besseren Gruppe im Mittel signifikant kürzer (12,3 Jahre gegenüber 14,5 Jahren).
Schlussfolgerungen
Durch die digitale Auswertung von Fundusphotographien mit Hilfe der digitalen Planimetrie ist die qualitativ morphologische Beurteilung der Papille auch quantitativ zu verifizieren. Mit Hilfe der Möglichkeiten der modernen Bildbearbeitung lassen sich auch frühere Fundusphotographien vermessen, mit aktuellen vergleichen und dadurch immer auch quantitative Aussagen zu eventuellen Veränderungen im Rahmen einer glaukomatösen Augenerkrankung treffen. |
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