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Abstract
P 126
Zusammenhang von homonymen Gesichtsfelddefekten und der Volumetrie der Sehstrahlung bei Glaukompatienten
Simone Wärntges1, Arnd Dörfler2, Tobias Engelhorn2, Georg Michelson1
1Universitäts-Augenklinik Erlangen, 2Neuroradiologie, Klinik für Radiologie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen
Hintergrund und Ziel:
Bei der Glaukomerkrankung kann sich eine Schädigung der retinalen Ganglienzellen durch transneuronale Degeneration zur sich anschließenden Radiatio optica (RO) fortsetzen. Zusätzlich kann eine lokale Ischämie der Sehbahn zu einer Minderung des Gesichtsfelds beitragen. Diese Studie untersuchte den Zusammenhang von homonymen Gesichtsfelddefekten mit der volumetrisch gemessenen Radiatio optica bei Patienten mit Normaldruckglaukom (NDG) im Vergleich zu anderen primären Offenwinkelglaukomen (POWG).
Methodik:
Elf Patienten mit NDG (Alter, 61±12 Jahre) und 17 Patienten mit POWG (Alter, 57±12 Jahre, p = ns) wurden zufällig ausgewählt und erhielten eine Magnetresonanz-basierte Traktographie (DTI) mit Darstellung der Radiatio optica. Die Magnetresonanztomographie zeigte keine Schlaganfälle oder Gehirntumoren. Die Radiatio optica in der DTI wurde manuell abgegrenzt und das Volumen berechnet. Die Daten wurden mit denjenigen altersadjustierten Kontrollpersonen verglichen und die prozentuale Differenz berechnet. Das Alter unterschied sich nicht zwischen den Patienten mit normaler und reduzierter Sehstrahlung innerhalb der NDG- bzw. POAG-Gruppe. Die homonymen Gesichtsfelddefekte wurden berechnet.
Ergebnisse:
Bei den NDG-Patienten mit reduziertem Volumen der Radiatio optica war der homonyme Gesichtsfelddefekt (korrespondierend zur rechten RO, 10,3±5,1 dB, und zur linken RO, 10,0±4,5 dB) signifikant stärker im Vergleich zu NDG-Patienten mit normalem Volumen der Radiatio optica (3,4±5,6 dB, rechte RO, und 3,4±4,6 dB, linke RO; p=0,045 bzw. p=0,028; statistische Power 57% bzw. 67%). Die Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich des Alters. Bei den NDG-Patienten korrelierte der prozentuale Anteil des RO-Volumens negativ mit dem Grad der berechneten homonymen Gesichtsfelddefekte (Kendall-tau-b -0,56, p=0,002 für die rechte RO und -0,58, p=0,005 für die linke RO). Bei den POWG-Patienten ohne NDG-Verdacht wurden solche Unterschiede und Korrelationen nicht gefunden.
Schlussfolgerungen:
Bei den NDG-Patienten könnte der Gesichtsfeldausfall auch in Zusammenhang mit einer Schädigung der Radiatio optica stehen. |
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