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Abstract
P 134
Frühe fokale Nd:YAG-Kapsulotomie zur Behandlung einer Patientin mit inkomplettem Kaspselblocksyndrom nach Phakoemulsifikation mit Hinterkammerlinsen-Implantation
Sami Saleh, Zisis Gatzioufas, Ursula Löw, Frank Schirra, Karin Brückner, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar
Fragestellung:
Wir berichten über eine Patientin mit inkomplettem Kapselblocksyndrom (iKBS) nach Katarakt-Operation, das mittels früher fokaler Nd:YAG-Kapsulotomie (YAG-KT) erfolgreich behandelt wurde.
Methodik:
Bei einer 68-jährigen Patientin wurde am RA eine komplikationslose Phakoemulsifikation mit Hinterkammerlinsenimplantation durchgeführt. Die Zielrefraktion war -0,5 dpt. Am ersten postoperativen Tag war der bestkorrigierte Visus 0,8 und die objektive Refraktion (oR) -2,50/-1,00/154°. Nach einer Woche stellte sich die Patientin in unserer Poliklinik mit Visusminderung vor. Der bestkorrigierte Visus am RA war 0,4. Die Spaltlampenuntersuchung zeigte die Ansammlung einer transparenten Flüssigkeit zwischen Linsenrückfläche und der Hinterkapsel. Dieser Befund wurde auch mittels Pentacam dokumentiert. Der Augeninnendruck (IOD) war 14 mmHg und der Kammerwinkel offen. Interessanterweise war immer noch eine Myopisierung der Patientin festzustellen (oR: -2,50/-1,00/154°). In Hinsicht auf diese Befunde wurde die Diagnose des iKBS gestellt.
Ergebnisse:
Der Patientin wurde zunächst eine Lokaltherapie mit entzündungshemmenden Tropfen verschrieben. Nach einer Woche wurde eine fokale YAG-KT bei 6 Uhr (6-Uhr-Kapsulotomie) durchgeführt. Innerhalb von 5 Tagen erfolgte der vollständige Abfluss der eingeschlossenen Flüssigkeit mit deutlicher Visusverbesserung auf 0,7. Drei Wochen nach der Katarakt-Operation war der bestkorrigierte Visus 0,9 (oR: -1,25/-0,75/159°)
Schlussfolgerung:
Das Kapselblocksyndrom stellt eine seltene Komplikation der Kataraktchirurgie dar. Es wird durch Flüssigkeitsansammlung zwischen der Hinterkammerlinse und der Hinterkapsel gekennzeichnet, die zur Visusminderung, Linsenverschiebung in die Vorderkammer, Myopisierung, Kammerwinkelverengung und IOD-Anstieg führen kann. Unsere Patientin manifestierte ein inkomplettes Kapselblocksyndrom mit Visusminderung aber keine IOD-Steigerung. Die frühe fokale 6-Uhr Kapsulotomie führte zur baldigen Befundbesserung und Visuserholung.
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