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Abstract

P 137

Berechnung und Vergleich idealer mittlerer Operationsverläufe in der Augenchirurgie am Beispiel von Katarakteingriffen

Thomas Neumuth1, Juliane Schlomberg2, Renate Wiedemann2, Christian Foja2, Petra Meier2, Oliver Burgert1, Peter Wiedemann2
1Innovation Center Computer Assisted Surgery, Universität Leipzig, Leipzig; 2Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig

Hintergrund
Die Methodik der chirurgischen Workflows als Hilfsmittel für die Analyse von Operationsverläufen wurde in den vergangenen Jahren entscheidend weiterentwickelt. Die Einsatzgebiete chirurgischer Workflows reichen von der prospektiven evidenzbasierten Ableitung von Anforderungen an chirurgische Instrumente und Assistenzssysteme, über retrospektive Evaluationsanalysen und quantitative Vergleiche verschiedener Verfahren bis hin zum Einsatz in der chirurgischen Ausbildung. Als innovative Erweiterung der Methodik wird in dieser Arbeit die Berechnung statistisch gemittelter Operationsverläufe basierend auf 49 ambulanten bzw. 53 stationären Operationsbeschreibungen präsentiert.
Methode
Die Daten für die stationären und ambulanten Operationsbeschreibungen wurden durch einen speziell trainierter Beobachter in der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, mit Hilfe des am Innovation Center Computer Assisted Surgery, Universität Leipzig, entwickelten Surgical Workflow Editors erhoben. Der Beobachter war während der Eingriffe im Operationssaal präsent und protokollierte die einzelnen chirurgischen Arbeitsschritte. Nach Abschluß der Datenerhebung wurden die Protokolle in eine Datenbank zur Berechnung der chirurgischen Workflows transferiert. Die OP-Verläufe wurden mit T-Tests (ά=0,05) verglichen.
Ergebnisse
Am Beispiel der Operationsphase "Capsulorhexis" (vom Beginn der ersten Paracentese bis zum Beginn der Hydrodissektion) wurden die chirurgischen Workflows (ambulant vs stationär) verglichen. Die mittleren Ausführungszeiten für Arbeitsschritte unterschieden sich z. B. bei den Aktivitäten <Capsulorhexis mit Rhexiskanüle > signifikant (t(65,09)=-8,63, p<0,001) zwischen 34s±9s bei ambulanten und 64s±23s bei stationären Eingriffen. Weiterhin folgte bei ambulanten Eingriffen nach Ausführung der <Paracentese > die <Injektion von Healon > mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,93±0,25 und bei stationären Eingriffen mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,51±0,37 signifikant häufiger (t(91,84)=6,80, p<0,001) im chirurgischen Workflow.
Schlussfolgerungen
Die Methodik chirurgischer Workflows ist ein geeignetes Hilfsmittel zur Berechnung statistisch gemittelter Idealverläufe für chirurgische Eingriffe in der Augenchirurgie. Die Einsatzgebiete der Methodik in der Augenchirurgie liegen im detaillierten Vergleich von verschiedenen Populationen von Operationsbeschreibungen, z.B. zur quantitativen Bewertung des Vorteils von chirurgischen Assistenzssystemen.

 
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