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Abstract
P 143
Diagnostik kornealer Pathologien mit konfokaler Laserscanningmikroskopie
Thoralf Wecke, Claudia Schuart, Manuela Hinz, Wolfgang Behrens-Baumann
Augenklinik mit Poliklinik, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
Hintergrund
Die konfokale Mikroskopie (KFM) wird heutzutage mit einem Laserscanner durchgeführt, der in der Lage ist, punktuell über mehrere Ebenen Gewebe abzutasten und diese mit Hilfe einer Software zwei- und dreidimensional darzustellen. In der Augenheilkunde findet das in der Universitätsaugenklinik Rostock entwickelte Rostock Cornea Modul (RCM) Anwendung, welches an den von Heidelberg Engineering entwickelten Retinatomographen (HRT) adaptiert wird und dessen diagnostischen Laser nutzt.
Unter Verwendung der KFM können in vivo korneale Normalbefunde eindrucksvoll dargestellt und Pathologien differentialdiagnostisch beurteilt werden, um letztlich therapeutische Entscheidungen zu unterstützen.
Die KFM kann beispielsweise bei der Darstellung von LASIK-Flaps, Keratoplastikschnitten, Glaukomsickerkissen und nach Cornea Cross Linking eingesetzt werden und bei der Differenzierung verschiedener bakterieller, viraler, parasitärer und mykotischer Infektionen helfen.
Methode
Es sollen klinische Spaltlampenbefunde bei bakterieller Keratitis, viraler Keratitis, Pilzkeratitis und Akanthamöbenkeratitis mit der konfokalen Laserscanningmikroskopie korreliert werden, um die Möglichkeiten und Grenzen der KFM aufzuzeigen.
Ergebnisse
Bei allen Keratitiden konnten Entzündungszellen, die sich polymorph oder rund darstellte, und sogenannte aktivierte Keratozyten nachgewiesen werden. Bakterielle Infektionen zeigen keine spezifischen Veränderungen. Virale Keratitiden weisen eine große Anzahl von irregulären, zum Teil zweikernigen Epithelzellen und azelluläre Bereiche im Nervenverlauf auf. Ein direkter Erregernachweis ist wie bei den bakteriellen Infektionen nicht möglich. Bei der mykotischen Keratitis können als wichtiges differentialdiagnostisches Merkmal hochreflektive Pilzhyphen dargestellt werden. Die Akanthamöben lassen sich in Form von doppelwandigen Zysten nachweisen.
Schlussfolgerungen
Mit dem Rostock Cornea Modul lassen sich Strukturen der Kornea von bis zu 1-2 Mikrometer darstellen. Es kann bei der Differentialdiagnose von schweren Hornhautinfektionen, insbesondere von mykotischen Erregern und Akanthamöben, sehr hilfreich sein, da ein direkter Erregernachweis in diesen Fällen möglich ist. Das RCM kann damit deutlich schneller als eine aufwändige, zeitintensive mikrobiologische Kultur oder PCR Ergebnisse liefern, um eine therapeutische Entscheidung zu treffen – wenngleich es die mikrobiologische Untersuchung nicht ersetzt. |
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