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Abstract

P 154

Lokale Immunsuppression bei Rosazea-Keratitis – eine Kasuistik

Claudia Schuart, Wolfram Hofmüller, Wolfgang Behrens-Baumann
Universitäts-Augenklinik, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg

Hintergrund
Die Rosazea ist eine chronische, idiopathische Dermatose der sonnenexponierten Kopf- und Halshaut. Sie geht mit fleckförmigen Rötungen, Teleangiektasien, Papeln und Pusteln einher. Häufig sind die Augen bzw. die Anhangsgebilde mit betroffen.
Methode
Im Mai 2006 stellte sich erstmalig ein damals 66jähriger Patient in unserer ambulanten Sprechstunde vor. Seit ca. 5 Jahren bestanden bei ihm starke Sicca-Beschwerden verbunden mit einer Sehverschlechterung links > rechts. Bei der Erstvorstellung bestand rechts ein bestkorrigierter Visus von 0,6 und links von Fingerzählen. Beiderseits zeigte sich eine ausgeprägte Blepharitis marginalis. Am rechten Auge war die Hornhaut klar, aber mit Epithelunruhe und vorgeschobenem Randschlingennetz. Links war die Hornhaut in toto trüb mit fortgeschrittener oberflächlicher Vaskularisation bis nahe zum optischen Zentrum. Die sichtbaren intraokularen Strukturen stellten sich regelrecht dar. Dermatologisch fand sich eine Rosazea, so dass von einer bestehenden Rosazea-Keratitis auszugehen war.
Ergebnisse
Neben der bestehenden Therapie mit Lidrandhygiene und Tränenersatz ordinierten wir Doxycyclin 100mg 1xtgl. für 3 Monate zur Sanierung der Lidränder. Darunter kam es zu keiner Befundbesserung. Zusätzlich erfolgte dann die Therapie mit Ciclosporin-Emulsion 0,5% 3x tgl. Unter dieser Medikation kam es zu einer subjetkiven und objektiven Befundbesserung innerhalb weniger Wochen. Drei Monate nach Beginn dieser Therapie bestand rechts ein Visus von 1,0p und links von 1/30 mit deutlichem Rückgang der Vaskularisationen beiderseits und der Hornhauttrübungen links. Als Erhaltungsdosis wird derzeit die Ciclosporin-Emulsion zur Nacht appliziert. Der Visus links hat sich weiter auf 0,1 verbessert.
Schlussfolgerungen
Die Rosazea ist eine chronische Hauterkrankung, die mit lokalen Antibiotika- und Immunsuppressiva-Gaben therapiert wird. Die ophthalmologischen Symptome sprechen auf die langfristige Gabe von ciclosporinhaltigen Augentropfen oder Emulsionen an. Zusätzlich ist die regelmäßige Durchführung von Lidrandhygiene unabdingbar.

 
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