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Abstract
P 160
Charakteristische Gesichtsfeldveränderungen bei Anteriorer Ischämischer Optikusneuropathie infolge Panarteriitis Nodosa
Thomas M. Dette
Abteilung für Augenheilkunde, Asklepios Klinik Altona, Hamburg
Hintergrund
Die Diagnose der Anterioren Ischämischen Optikusneuropathie aufgrund einer Panarteriitis nodosa ist schwierig. Wird das Krankheitsbild mit einer klassischen Arteriitis temporalis verwechselt, sind unter alleiniger Steroid-therapie Erblindungen beschrieben. Zudem sind gravierende vaskulitische Ereignisse in anderen Gefäßprovinzen zu berfürchten. Auch beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei alleiniger Steroidtherapie lediglich 48%, bei einer Kombinationstherapie mit Cyclophosphamid 80%.
Gesichtsfeldveränderungen sind ein Diagnosekriterium der Anterioren Ischämischen Optikusneuropathie. Im Folgenden soll untersucht werden, ob sie zur Differentialdiagnose Arteriitis temporalis versus Panarteriitis nodosa beitragen können.
Methode
Der Fall eines 67-jährigen Patienten mit beidseitiger anteriorer ischämischer Optikusneuropathie wird vorgestellt. Neben dem Ophthalmologischen Status wurden, sensibilisiert durch atypische Gesichtsfeldbefunde, frühzeitig andere Symptome in die Differentialdiagnose mit einbezogen, so dass die Diagnosekriterien der Amerikanischen Rheumatologischen Gesellschaft zur Etablierung der Diagnose Verwendung finden konnten.
Ergebnisse
Der Patient stellte sich mit seit 4 Wochen bestehenden, progredienten Sehstörungen vor.
Der Visus war mit R 0,25, L 1,0 zu erheben, das Gesichtsfeld R bis auf eine parazentrale Restinsel erloschen, L fand sich eine muldenförmige Einschränkung der unteren Hälfte auf 30 Grad. Es lag beidseits ein Papillenödem mit streifigen Blutungen vor, die BSG betrug 36 mm in der ersten Stunde, CRP 1,7 mg/l, Kreatinin 3,3 mg/dl. Die Biopsie der Temporalarterie ergab eine frühe floride Vaskulitis ohne Riesenzellen. Es bestand ein Hypertonus, ferner blasige Veränderungen der Haut, die folgenlos abheilten. Die auffällige klinische Konstellation ließ uns die Diagnose Panarteriitis nodosa stellen und eine Steroid-und Cyclophosphamid-therapie initiieren. Eine Angiographie zur Darstellung der Aussackung der Gefäßwände war aufgrund des hohen Kreatininwerts nicht möglich, jedoch bestätige sich bei intensiver Abklärung in einer Rheumatologischen Klinik bei disseminierten Entzündungen zahlreicher Organsysteme die Diagnose. Visus und Gesichtsfelder blieben über 2 Jahre stabil.
Schlussfolgerungen
Die kritische Bewertung der Gesichtsfelder bei arteriitischer AION kann frühzeitig die Verdachtsdiagnose Panarteriitis nodosa ergeben und das therapeutische und diagnostische Vorgehen optimieren. |
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