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Abstract

P 176

Makulaforamenbildung bei einer Patientin mit Retinochoroiditis toxoplasmotica-seltene Komplikation oder Zufall?

Zisis Gatzioufas, Ursula Löw, Matthias Hild, Andre Schafia, Arnulf Schnaidt, Sebastian Walter, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar

Hintergrund
Wir berichten über eine Patientin mit aktiver Retinochoroiditis toxoplasmotica (RT), die ein Makulaforamen am betroffenen Auge entwickelt hat und untersuchen die mögliche Assoziation zwischen RT und Makulaforamenbildung.
Methode
Eine 56-jährige Patientin stellte sich in unserer Poliklinik mit Lichtempfindlichkeit und Glasköprertrübungen am rechten Auge vor. Anamnestisch gab sie eine RT-Infektion am RA vor 1 Jahr an, die erfolgreich in einer anderen Klinik behandelt wurde. Die bestkorrigierte Sehschärfe war 0,1 am rechten Auge (RA) und 1,0 am linken Auge (LA). Spaltlampenbiomikroskopisch zeigten sich am RA Vorderkammerzellen 2+, Tyndall 2+ und Glaskörperzellen 3+. Der Augeninnendruck war beidseits 14 mm Hg. Funduskopisch konnte eine retinochoroidale Läsion parapapillär sowie ein Makularforamen diagnostiziert werden. In OCT konnte ein Makulaforamen Grad IV nach Gass nachgewiesen werden. Fluoreszenzangiographie und  Indozyaningrünangiographie ergaben eine choroidale Perfusionsminderung im Bereich der Läsionen.
Ergebnisse
Es wurde eine Medikation per os (Daraprim 50 mg täglich für 4 Wochen, Sulfadiazin 2g täglich für 4 Wochen, Folat 7,5 mg wöchentlich und Urbason 80 mg täglich) sowie eine Lokaltherapie (Dexamethason AT 3x täglich) eingeordnet. Bei der Nachkontrolle 4 Wochen später war die RT rückläufig, aber die Sehschärfe hatte sich nicht verbessert.
Schlussfolgerungen
Aus der Literatur ist bekannt, dass eine retinale Ischämie zur Makulaforamenbildung führen kann. Angiographisch ergab sich bei unserer Patientin eine diskrete choroidale Perfusionsminderung, die über den Bereich der retinochoroidalen Läsionen hinausging. Daher vermuten wir, dass die Makulaforamenbildung bei unserer Patientin durch die vorliegende retinochoroidale Ischämie induziert wurde. Unser Fallbericht weist darauf hin, dass die Makulaforamenbildung eine seltene Komplikation der RT darstellt.

 
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