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Abstract
P 184
Therapie der Birdshot-Chorioretinopathie mit Mycophenolat Mofetil oder Mycophenolat Sodium
Nicole Stübiger, Christoph Deuter, Deshka Doycheva, Herbert Jägle, Manfred Zierhut
Department für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
Hintergrund
Ziel dieser Studie war es, den klinischen Verlauf von Patienten mit einer Birdshot-Chorioretinopathie (BCR) zu evaluieren, die entweder eine Therapie mit Mycophenolat Mofetil (MMF, CellCept®) oder eine Therapie mit Mycophenolat-Sodium (MPS, Myfortic®) erhalten hatten.
Methode
Über einen Zeitraum von 27 Jahren wurde retrospektiv der Krankheitsverlauf von 14 BCR-Patienten ausgewertet, die entweder eine Therapie mit MMF oder mit MPS erhalten hatten. Neben dem Alter, dem Geschlecht, der Nachbeobachtungszeit und den Vortherapien interessierten auch die Nebenwirkungen von MMF/MPS. Zur Dokumentation des Krankheitsverlaufes wurden, zusätzlich zum Visusverlauf, auch Elektroretinogramme und Gesichtsfeldmessungen evaluiert.
Ergebnisse
Die durchschnittliche Uveitisdauer der 14 BCR-Patienten (weiblich:männlich=9:5), die alle HLA-A29 positiv waren, lag bei 55,8 Monaten (5-240 Monate) vor Beginn der MMF/MPS Therapie. Alle Patienten zeigten keine suffiziente Entzündungskontrolle vor der Therapieinitiierung mit MMF/MPS und dies bei 3 Patienten trotz einer immunsuppressiven Vortherapie (1 Patient Azathioprin, 2 Patienten Cyclosporin). Die Nachbeobachtungszeit betrug 38,9±22,8 Monate (mindestens aber 6 Monate). Lediglich ein Patient erhielt initial MPS, jedoch wurden im Verlauf drei Patienten, die initial MMF erhalten hatten, wegen (zumeist gastrointestinaler) Nebenwirkungen mit gutem Erfolg auf MPS umgesetzt, sodass kein Patient die immunsuppessive Therapie wegen unerwünschter Nebenwirkungen beenden musste. Die intraokulare Entzündung konnte in 12 Patienten (86%) stabilisiert bzw. reduziert werden, zusätzlich wurde ein steroidsparender Effekt in allen 12 Patienten, die zum Zeitpunkt des Therapiebeginnes mit MMF/MPS eine Steroidtherapie hatten, beobachtet. Vor der Initiierung der immunsuppressiven Therapie lag der Visus in logMAR am rechten Auge (RA) bei 0,36 und am linken Auge (LA) bei 0,5 sowie am Ende der Beobachtungszeit bei 0.4 am RA und bei 0.6 am LA. Eine regelmäßige Dokumentation von perimetrischen und ERG Befunden konnte bei 10 der 14 Patienten gefunden werden; bei 80% dieser 10 Patienten zeigten die GF- und die ERG-Indices eine Stabilisierung oder sogar eine Verbesserung des Befundes.
Schlussfolgerungen
Diese Immunsuppressiva scheinen bei prompter Gabe in BCR-Patienten nicht nur eine Option zur Erhaltung der zentralen Sehschärfe sondern auch der retinalen Funktion darzustellen. |
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