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Abstract

P 188

Einseitiges Papillenödem bei M. Crohn

Susanne C. Goebels, Arnulf Schnaidt, Karin A. Brückner, Kouris Ninios, Ursula Löw, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar

Hintergrund
Morbus Crohn ist eine chronische granulomatös-entzündliche Darmerkrankung, deren diskontinuierlicher, segmentaler Befall der Darmschleimhaut (skip lesions) charakteristisch ist. Sie kann mit einer Uveitis anterior assoziiert sein. Eine Papillitis ist eine seltene okuläre Manifestation.
Methode
Ein 44jähriger Patient mit bekanntem Morbus Crohn stellte sich mit einer Sehverschlechterung am linken Auge und starken retroorbitalen Schmerzen in unserer Klinik vor. Die Sehschärfe am rechten Auge betrug sc 1,0; am linken sc 0,1. Es fanden sich ein relatives afferentes Pupillendefizit am linken Auge, starke retrobulbäre Schmerzen in Primärposition und bei Bewegung. Spaltlampenmikroskopisch zeigte sich ein reizfreier vorderer Augenabschnitt mit klaren Medien. Funduskopisch zeigte sich am rechten Auge eine vitale, randscharfe Papille und ein unauffälliger Gefäßstatus. Am linken Auge fand sich ein ausgeprägtes Papillenödem.
Ergebnisse
Eine kranielle Raumforderung konnte durch MRT und CT ausgeschlossen werden, ebenso eine entzündliche Genese durch Serologie und Lumbalpunktion. Unter der Steroidtherapie (Methylprednisolon 1000 mg/d für 5 Tage) kam es zu einer deutlichen Befundverbesserung. Der Visus stabilisierte sich nach 10 Tagen am linken Auge bei 0,5. Funduskopisch konnte ein deutlicher Rückgang des Papillenödems nachgewiesen werden.
Schlussfolgerungen
Ein Papillenödem ist eine seltene Komplikation bei Patienten mit M. Crohn. Die Ursache des Papillenödems könnte auf eine fokale Vaskulitis oder eine allgemeine Hyperkoagulabilität zurückzuführen sein. Eine hochdosierte systemische Steroidtherapie kann zu einer Verbesserung von Papillenprominenz und Visus führen.

 
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