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Abstract

P 191

Verlaufsbeobachtung bei Patienten mit makulären Teleangiektasien Typ 2 mittels funduskontrollierter Mikroperimetrie

Sönke Baumüller1, Peter Charbel Issa1, Frank G. Holz2, Hendrik P. Scholl1
1Universitäts-Augenklinik Bonn; 2GRADE Reading Center, Universitäts-Augenklinik Bonn

Hintergrund
Makuläre Teleangiektasien Typ 2 (MacTel Typ 2) ist eine seltene bilaterale Makulaerkrankung, die durch inkompetente Kapillaren und fortschreitende Atrophie der neurosensorischen Netzhaut im Makulabereich charakterisiert ist. Neben einer langsamen Abnahme der zentralen Sehschärfe wurden parafoveale Skotome als charakteristische Funktionseinschränkungen beschrieben. Wir untersuchten die Abnahme der Sehschärfe und die Progression der parafovealen Minderung der Lichtunterschiedsempfindlichkeit.
Methode
In einer prospektiven longitudinalen Studie wurden 15 Augen von 8 Patienten mit MacTel Typ 2 standardisiert mittels funduskontrollierter, statischer Perimetrie (MP1, Nidek) und best-korrigierter Sehschärfe (ETDRS) evaluiert. Keines der Augen zeigte eine retinale oder chorioidale Neovaskularisation bei Einschluß oder während der Verlaufsbeobachtung. Die retinale Lichtunterschiedsempfindlichkeit (LUE) wurde in einem auf der Fovea zentrierten Bereich von 8 Grad horizontal und 4 Grad vertikal mit 45 Testmarken im Abstand von 1 Grad geprüft. Bei der Verlaufsuntersuchung ermöglicht die fundus-kontrollierte Perimetrie die Testung identischer Netzhautareale im Verlauf. Um den Einfluss von Lerneffekte zu minimieren, wurden mehrere Untersuchungen vor der Erstuntersuchung durchgeführt.
Ergebnisse
Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 13 Monate. Die maximale Abnahme der LUE betrug ≥10db in vier Augen (Gruppe 1), ≥6db in weiteren 4 Augen (Gruppe 2) und zeigte Änderungen zwischen -4db und +4db in 7 Augen (Gruppe 3). Zwei Augen in Gruppe 2 verloren 7 ETDRS Buchstaben, während der Visus der restlichen Augen stabil blieb (± 5 Buchstaben). Alle Augen außer je eines in Gruppe 1 und 2, aber nur ein Auge in Gruppe 3 hatten ein Skotom als Ausgangsbefund.
Schlussfolgerungen
Der Verlust der parazentralen LUE scheint dem Verlust des Fernvisus in MacTel Typ 2 vorauszugehen. Ein Teil der Augen ohne initiales Skotom blieb stabil, wohingegen alle Augen mit initial reduzierter parazentraler LUE eine weitere Ausdehnung des Skotoms zeigten. Dies legt nahe, dass ein bestimmtes Ausmaß neurosensorischer Schädigung nötig ist, bevor es zu einer detektierbaren Progression des Skotoms kommt. Die statische, funduskontrollierte Perimetrie erscheint nützlich für die Beurteilung des natürlichen Krankheitsverlaufs und von Behandlungseffekten in zukünftigen Interventionsstudien.

 
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