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Abstract
P 192
Sanduhrartige Verengung der inferioren Arteria retinae als Ursache einer Katarakt bei einer jungen Patientin
Kawa Khoshnaw, Zisis Gatzioufas, Ursula Löw, Nikolaos Kozeis, Frank Schirra, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar
Einleitung:
Stoffwechselstörungen wie z.B. der Diabetes mellitus, Cortisontherapie, Trauma oder relevante Carotisstenosen können eine Kataraktbildung bei jüngeren Patienten verursachen. Wir berichten über eine junge Patientin mit einer fokalen Verengung des temporal-unteren Arterienastes (AA) der Netzhaut, die eine einseitige Cataracta subcapsularis posterior entwickelte.
Patient und Methode:
Eine 42-jährige Patientin stellte sich mit Sehverschlechterung am rechten Auge (OD) vor. Internistisch waren keine Erkrankungen bekannt, Medikamenten- und Traumanamnese war leer. Best korrigierte Sehschärfe RA: 0,4; LA: 0,8. Spaltlampenmikroskopisch zeigten sich beidseits regelrechte und reizfreie vordere Augenabschnitte. Die Medien waren beidseits klar bis auf eine Cataracta subcapsularis posterior am RA. Der Augendruck war auf beidseits normoton. Eine Carotisstenose wurde dopplersonographisch ausgeschlossen. Binokularophthalmoskopisch konnte am RA eine fokale Verengung der temporal-unteren Netzhautarterie gesehen und per Fluoreszenz-Angiographie bestätigte werden. Mit dem Heidelberg Retinal Flometrie (HRF) wurde der Blutfluss in zehn verschieden horizontalen Ebenen im unteren Gefäßbereich untersucht und zwischen beiden Augen verglichen.
Ergebnisse:
Wir konnten mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode einen deutlich verringerten Blutfluss in diesem Bereich des temporal-unteren AA am RA feststellen 288,4±33,7 versus 426,76±39,1 in der korrespondierenden Gefäßregion des linken Auges (z-test, p<0,005) eine Woche nach komplikationsloser Katarakt Operation erreichte die Patienten am RA eine best korrigierte Sehschärfe von 0.9.
Schlussfolgerungen:
Da bei unserer Patienten keinerlei andere offensichtliche Ursachen einer Kataraktbildung vorliegen, wird postuliert, dass auch eine fokale substantielle Verengung von Zentralarterienästen zu einer frühzeitigen einseitigen subcapsulären Katarakbildung führen kann. Die Visus Prognose ist günstig. |
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