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Abstract
P 198
Behandlung von Makulablutungen durch intravitreale rT-PA-Gabe ohne Gasendotamponade
Matthias Schmidt, Anna Tsymanava, Michael R. R. Böhm, Holger Busse, Constantin E. Uhlig
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster
Hintergrund
Zentrale Netzhautblutungen werden häufig durch intravitreale rT-PA-Injektionen kombiniert mit Gasendotamponade therapiert. Die Wahrscheinlichkeit dabei auftretender Nebenwirkungen steigt mit der Häufigkeit der Injektionsprozedur, was zu der Überlegung führt, Makulablutungen ohne zusätzliche Gasendotamponade zu behandeln. Dies wirft die Frage auf, ob die alleinige rT-PA-Injektion therapeutisch hinreichend wirksam ist.
Methode
Retrospektive Erhebung. Analyse des Visusverlaufs (Snellen Optotypen in 5 m Distanz) bei Patienten, die eine akute Visusabnahme aufgrund einer zentralen intra- oder subretinalen Makulablutung erlitten hatten und bei denen eine einmalige intravitreale rT-PA Injektion ohne Gasendotamponade durchgeführt wurde. Mindestnachkontroll-Zeitraum 4 Wochen. Gruppeneinteilung: intravitreale Applikation von 50 µg rT-PA (Gruppe I), 100 µg (Gruppe II) und 200 µg (Gruppe III).
Ergebnisse
12 weibliche, 6 männliche Patienten, 18 erkrankte Augen. Durchschnittsalter 70,2 Jahre (min. 16, max. 90 Jahre). Nachuntersuchungszeitraum durchschnittlich 10,9, maximal 47 Monate. Gruppe I: Aufnahmevisus = 0,078, Endvisus = 0,032. Gruppe II: Aufnahmevisus = 0,077, Endvisus = 0,142. Gruppe III: Aufnahmevisus = 0,124, Endvisus = 0,056. Insgesamt wurde einmal eine Netzhautblutung festgestellt (24. Tag post injectionem). Systemische oder schwere ophthalmologische Nebenwirkungen wie Endophthalmitis oder Netzhautablösungen traten nicht auf.
Schlussfolgerungen
Eine Behandlung zentraler Netzhautblutungen mit alleiniger rT-PA-Injektion war mit wenig Nebenwirkung durchführbar, die zudem aufgrund des späten Auftretens nicht definitiv der Therapie zugeordnet werden konnte und verursachte bei Gruppe II (100 µg) eine Visusbesserung. Ob die alleinige intravitreale rT-PA-Applikation jener kombiniert mit Gasendotamponade funktionell und hinsichtlich der Nebenwirkungen überlegen ist, könnte durch weitergehende Studien untersucht werden. |
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