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Abstract
P 206
Retinale Aktivierung CREB-abhängiger Gene c-FOS und BCL-2 nach akuter und chronischer Schädigung des Sehnerven.
Christian Mawrin1, Christian Vorwerk2
1Institut für Neuropathologie, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; 2Universitäts-Augenklinik, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
Hintergrund
Die apoptotische Schädigung retinaler Ganglienzellen (RGZ) ist ein wichtiger Faktor der glaukomatösen Optikusneuropathie. Die Untersuchung von beteiligten Genen und Signaltransduktionsketten kann nur in definierten Modellen der zellulären Schädigung erfolgen. Die zeitliche Regulierung stellt einen wesentlichen Aspekt im Verständnis dieser Vorgänge dar. Es sollte die Bedeutung der mitogen-activated protein kinase (MAPK)-abhängigen cAMP response element binding protein (CREB) Aktivierung zur c-Fos und BCL-2 Genexpression in einem Modell der akuten und chronischen Sehnervenläsion untersucht werden
Methode
Retinales Gewebe von Primaten (Rhesus-Affen Bulbi von Prof. Hernandez, St. Louis, USA zur Verfügung gestellt) mit chronisch milder und moderater glaukomatöser Schädigung wurde auf die Expression von pMAPK, pAkt, pCREB, c-Fos and BCL-2 mittels Immunohistochemie untersucht. Zusätzlich wurde an einem Rattenmodell mit akutem Sehnerventrauma der zeitliche Verlauf der Expression von pMAPK, pAkt, pCREB, c-Fos und BCL-2 mittels Immunhistochemie, Western blots und real-time PCR bestimmt. Retinaler Ganglienzellverlust wurde durch Fluoro-Jade und TUNEL Färbung evaluiert.
Ergebnisse
Das retinale Gewebe im Modell der chronischen Ganglienzellschädigung zeigte ein Anstieg der pMAPK und pCREB-positiven Zellen in der retinalen Ganglienzellschicht und der inneren Körnerzellschicht, pAkt-positive Zellen waren im Vergleich zu dem Kontrollgewebe vermindert. c-Fos -Färbung war verstärkt in den glaukomatösen Augen nachweisbar, während der Bcl-2 Nachweis deutlich reduziert war. Die Auswertung des zeitlichen Verlaufs der akuten Sehnervenschädigung ergab in den Präparaten eine Aktivierung von pMAPK und pCREB bei gleichzeitig verringerter Expression von pAkt. Die real-time PCR zeigte, die pMAPK-pCREB Aktivierung mit verminderter c-Fos mRNA bei gleichzeitig reduzierter Bcl-2 mRNA-Expression.
Schlussfolgerungen
Der in der Frühphase der akuten Schädigung nachweisbare retinale Ganglienzelltod ist durch eine Verschiebung des Gleichgewichts von pro-und anti-apoptotischen Signalkaskaden bei einer akuten Schädigung von RGZ erklärbar. In der Spätphase werden neuroprotektive anti-apoptotische Faktoren wie BCL-2 aktiviert, um eine weitere sekundäre Schädigung einzugrenzen. Die chronische glaukomatöse RGZ-Schädigung führt zur Aktivierung des MAP-Kinase/CREB- Signalweges als möglicher Mediator des apoptotischen RGZ-Todes. |
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