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Abstract

P 215

Der Einfluss der Akupunktur auf die okuläre Mikrozirkulation bei Glaukompatienten

Janek Häntzschel, Anna Leszczynska, Lutz E. Pillunat
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden

Hintergrund
Alternative Therapieoptionen werden in der Behandlung des Glaukoms von ca. 6% der Patienten in Anspruch genommen. Um die Effektivität dieser Behandlung zu bestimmen, wurde der Einfluss der Akupunktur auf die Veränderung der okulären Mirkrozirkulation  bei Glaukompatienten untersucht.
Methode
Die Daten wurden von 29 Patienten im Alter 21-69 Jahren erhoben. Die okuläre Mikrozirkulation wurde mittels RVA, HRF, OBF  vor, während und nach der Behandlung untersucht. Nach Randomisierung erfolgte die Einteilung in Behandlungs- und Kontrollgruppe. Die Behandlungsgruppe erhielt eine spezifische durchblutungsfördernde Akupunktur, die Kontrollgruppe eine unspezifische Akupunktur.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der HRF-Untersuchung zeigen in der Behandlungsgruppe einen Anstieg im Flow (232/248; p=0,649), Velocity (0,77/0,84; p=0,61) und im Average Flow (193/203; p=0,695) sowie ein tendenziellen Anstieg im Volume (13,92/14,82; p=0,19). Die Kontrollgruppe zeigte eine durchschnittliche Verringerung dieser Werte: Volume (16,54/14,64; p=0,21), Flow (289/223; p=0,22), Velocity (0,93/0,74; p=0,27), Average Flow (239/189, p=0,2). Die Ergebnisse der RVA Untersuchung zeigen eine signifikante arterielle Vasokonstriktion (110,95/105,32/108,81) in der Behandlungsgruppe. Die Kontrollgruppe zeigte keine Veränderung der Gefäßdurchmesser  (Arterien 110,28/110,79/111,16). Die Ergebnisse der OBF Untersuchung zeigt in der Behandlungsgruppe eine Verringerung des IOD (16,1/13,78; p=0,08), eine Steigerung der Pulsamplitude (3,1/3,69; p=0,09) und im Flow (6,2/8,5; p=0,03) im Vergleich zu keinen signifikanten Veränderungen in der Kontrollgruppe.
Schlussfolgerungen
Mit einem spezifischen Akupunkturschema konnte eine Steigerung der peripapillären und der choroidalen Mikroperfusion zusammen mit einer signifikanten Senkung des Augeninnendruckes nachgewiesen werden im Vergleich zu einem unspezifischen Akupunkturschema. Zusätzlich konnte eine arterielle Vasokonstriktion in der spezifischen Gruppe ermittelt werden, welche möglicherweise auf die Verbesserung der Mikrozirkulation rückführbar ist. Vor Ableitung therapeutischer Schlussfolgerungen muß der Effekt an größeren Patientenzahlen überprüft und der Langzeiteffekt bestimmt werden.

 
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