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Abstract

P 217

Erfolgreiche Besserung des Gesichtsfeldes bei ausgebranntem juvenilen Offenwinkel-Glaukom mit Hilfe von Akupunktur

Andreas Christian Schroeder, Tania Brachtendorf, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar

Hintergrund
Während die Akupunktur in Westeuropa im Wesentlichen nur zur Therapie von Psyche und Schmerzen genutzt wird, spielt sie in ihrem Ursprungsland auch in der Augenheilkunde eine große Rolle. Ziel dieses Beitrages ist es, anhand eines erfolgreichen Beispiels neue Aufmerksamkeit für diese alte Heilkunst zu wecken.
Methode
Wir präsentieren einen 47-Jährigen Patienten mit juvenilem Glaukom links stärker ausgeprägt als rechts. Während rechts durch insgesamt 4 drucksenkende Eingriffe seit 1988 eine Kompensation mit gutem Gesichtsfeld bei vollem Visus erreicht werden konnte, wurden links seit 1983 mehr als 20 Operationen durchgeführt. Unter 4-facher Lokaltherapie und bei exzentrischem Visus von 0,05 war ein zentrales Gesichtsfeld nicht mehr nachweisbar. Durch eine erfahrene Ärztin für traditionelle chinesische Medizin wurden zwei Serien von jeweils 9 Akupunktur-Sitzungen durchgeführt. Intraokulare Druckwerte wurde vor und nach Akupunktur kontrolliert und nach jeder Serie ein Gesichtsfeld (30/II) angefertigt.
Ergebnisse
Passend zum chinesischen Ansatz, nämlich der ausgleichenden Wirkung der Akupunktur, werden höhere Druckwerte stärker gesenkt als nur leicht erhöhte. Senkungen von 5-6 mmHg konnten mehrfach reproduziert werden. Nach der ersten Akupunktur-Serie konnten erstmals in den zentralen 15° des Gesichtsfeldes Reizantworten von 2-3 dB nachgewiesen werden, nach der zweiten Serie sogar Antworten von 11 dB. Vier Monate nach der letzten Akupunktur waren diese Werte noch stabil.
Schlussfolgerungen
Die Akupunktur bietet uns in der universitären Maximalversorgung als adjuvante Modalität unverzichtbare Chancen. Gerade weil wir uns verstärkt um Patienten mit fortgeschrittenen und oft schwierig zu therapierenden Krankheitsbildern bemühen, sollten wir auch alternative Behandlungsmöglichkeiten nutzen und ergänzend einsetzen. Wird der Behandlungsverlauf hierbei stets wissenschaftlich kontrolliert, können – wie in diesem Fall – Erfolge beobachtet werden, die nach westlichem Standard primär nicht erklärbar scheinen.

 
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