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Abstract
P 225
Mikrobielles Keimspektrum für eine gezielte postopertive antibiotische Behandlung bei Tränenwegsstenosen
Verena Prokosch, Jan-Erik Prokosch, Julia Promesberger, Holger Bussse, Tobias Stupp
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster
Hintergrund:
Die Tränenwegsstenose mit dem Leitsymptom Epiphora ist eine häufige, unangenehme und den Lebensalltag beeinträchtigende Erkrankung, 5 % der Bevölkerung jeden Alters betreffend. Trotz effektiver chirurgischer Therapieverfahren, liegt die Restenoserate bei 20% und koinzidiert mit einer bakteriellen Besiedlung (Walland et al., 1994).
Ziel:
Ziel der Studie war es, das derzeitige Bakterienspektrum und die spezifische antibiotische Resistenz zu bestimmen, um eine gezielte, dem momentanen Bakterienspektrum und Resistogramm angepasste, postoperative antibiotische Behandlung zu ermöglichen und die Restenoserate zu reduzieren.
Methoden:
180 Proben von Patienten mit symptomatischer Tränenwegsstenose wurden gewonnen, indem der Tränenweg mit NACL gespült und das Refluxmaterial mit einem Probetupfer aufgenommen und mikrobiologisch kultiviert wurde. Die Bakterienkolonien wurden identifiziert und ein Resistogramm erstellt.
Ergebnisse:
In 60% der Proben wurden pathologische Bakterienkulturen isoliert, dabei handelte es sich in 40% um Gram- positive Bakterienkolonien. Der häufigste Keim war Staphylococcus aureus (30% der Fälle). Gram- negative Bakterien waren in 20 % nachweisbar. 90% der Kolonien waren sensibel gegenüber Gyrasehemmern.
Schlussfolgerungen:
Tränenwegsstenosen gehen mit bakterieller Besiedlung einher, derzeit zumeist bedingt durch Gram-positive Bakterien, insbesondere Staphylococcus aureus. Das mikrobiologische Resultat und das Resistigramm sollten bei der Wahl der postoperativen Behandlung zur Verminderung der Restenosierungsrate berücksichtigt werden.
Studien zur Beurteilung der Restenoserate nach gezielter antibiotischer Therapie sind gefordert. |
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