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Abstract
P 226
Führt die additive, präoperative Applikation von 10% Povidon-Iod bei Kataraktpatienten zu einer zusätzlichen Reduktion der konjunktivalen Keimzahl im Vergleich zur Routineprophylaxe mit 1% Povidon Iod?
M. Rajab1, Martin M. Nentwich1, Yazmin Yactayo-Miranda1, Lisa He2, Arnd Gandorfer1, Anselm Kampik1, Herminia Mino de Kaspar1
1Augenklinik der Ludwig-Maximilians Universität München, München, 2Department of Ophthalmology, School of Medicine, Stanford, CA, United States
Hintergrund
Die postoperative Endophthalmitis ist eine seltene, aber potentiell zur Erblindung führende Komplikation intraokularer Eingriffe. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Anwendung von Povidon-Jod (PVI) eine sichere und effektive Methode zur präoperativen Desinfektion der Bindehautflora darstellt. Jedoch fehlen in Bezug auf die verschieden Applikationsweisen von PVI prospektive Studien. Die derzeitigen Empfehlungen reichen von der Anwendung einzelner Tropfen bis zu Spülung des Bindehautsackes. In der vorliegenden Arbeit sollte die Effektivität von 10% PVI zusätzlich zur Routineprophylaxe (Spülung des Bindehautsackes mit 1% PVI) untersucht werden.
Methode
In dieser prospektiven Studie wurden stationäre und ambulante Kataraktpatienten eingeschlossen und in 2 Gruppen aufgeteilt: (1) Spülung des Bindehautsackes mit 1% PVI. (2) zusätzliche Applikation von 10% PVI Augentropfen. Die 70 ambulanten Patienten erhielten zusätzlich Neomycin Augentropfen eine Stunde präoperativ, während die 91 stationären Patienten am Tag vor der Operation mit 4 Tropfen Neomycin vorbehandelt wurden. Präoperativ erfolgte zunächst eine periorbitale Desinfektion mit 10% PVI. In Anschluss daran wurde bei Gruppe 1 der Bindehautsack mit 10 ml 1% PVI gespült, Gruppe 2 erhielt zusätzlich 3 Tropfen 10% PVI 10 min präoperativ. Bindehautabstriche wurden zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnen und in Thioglykolat Nährlösung inkubiert: T1 Ankunft im OP, T2 nach Desinfektion mit PVI, T3 am Ende der OP. Da andere Studien in unbehandelten Augen in 70-80% positive Bindehautabstriche zeigten, wurde in der vorliegenden Arbeit auf Abstriche vor Beginn der Antibiotikaprophylaxe verzichtet. Bei allen positiven Abstrichen wurden die Bakterien isoliert, identifiziert und die Ergebnisse zwischen den Gruppen verglichen.
Ergebnisse
Nach PVI Desinfektion wurde in allen Gruppen eine statistisch hochsignifikante Reduktion (p < 0,0006) der positiven Bindehautabstriche von 60-90% auf 14-24% erreicht. Eine zusätzliche Applikation von 3 Tropfen PVI 10% resultierte bei keiner Gruppe in einer weiteren Reduktion der positiven Kulturen.
Schlussfolgerungen
Die zusätzliche Anwendung von 3 Tropfen 10% PVI zu einem präoperativem Schema bestehend aus Antibiotikagabe und Spülung des Bindehautsackes mit 10 ml 1% PVI führte bei keiner Gruppe zu einer statistisch signifikanten zusätzlichen Reduktion der bakteriellen Bindehautflora. |
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