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Abstract

P 230

Arthrographis kalrae- induziertes perforiertes Hornhautulcus – klinischer Verlauf und Therapie mit Voriconazol

Bettina Thomas1, Stefan Zimmermann2, Hans-Eberhard Völcker1, Stefan Dithmar1
1Universitäts-Augenklinik Heidelberg, 2Hygiene Institut Heidelberg, Heidelberg

Hintergrund
Arthrographis kalrae (A.kalrae) ist ein filamentärer Pilz, der in Erde und Kompost vorkommt. Er ist selten humanpathogen, bisher wurden lediglich drei oculäre Infektionen in der Literatur beschrieben.
Methode
Eine 42-jährige sonst gesunde, immunkompetente weiche Kontaktlinsenträgerin entwickelte ein einseitiges zentrales Hornhautulcus.
Ergebnisse
Die wiederholte Abstrichdiagnostik (Kultur) ergab zunächst Candida albicans. Unter lokaler Therapie mit Clotrimazol kam es zur Befundprogredienz mit Ulkusperforation, welche eine Keratoplastik à chaud erforderlich machte. Zur Rezidivprophylaxe erhielt die Patientin systemisch Fluconazol und weiterhin lokal Clotrimazol. Dennoch entwickelten sich innerhalb von zwei Wochen am Transplantatrand erneut mykotische Infiltrate, welche die transplantierte Hornhaut schließlich durchsetzten und eine Re-Keratoplastik einen Monat nach erster Keratoplastik erforderlich machten. Die zwischenzeitliche Anzüchtung des Pilzes aus der ersten Hornhaut ergab den Nachweis von A. kalrae, das Antimykogramm eine Sensibilität auf Voriconazol. Erst unter hochdosierter Serumspiegel-kontrollierter Voriconazol-Therapie systemisch sowie eigens hergestellter Voriconazol Augentropfen stabilisierte sich der intraokulare Reizzustand.
Schlussfolgerungen
Eine Augeninfektion mit A. kalrae ist äußerst selten. Die mikrobiologische Differenzierung von  A. kalrae kann schwierig sein. Erst die hochdosierte Serumspiegel-kontrollierte Voriconazol-Therapie kombiniert mit Voriconazol AT konnte bei der A. kalrae-Keratitis zu einer Befundstabilisierung führen. Da Voriconazol gegen ein breites Spektrum von Pilzen wirksam ist, ist die frühzeitige lokale und ggfs. systemische Anwendung bei Verdacht auf eine oculäre Pilzinfektion eine sinnvolle therapeutische Option.

 
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