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Abstract
P 232
Implantation einer neuen phaken Hinterkammerlinse (Epilens) zur Korrektur hoher Myopie – erste Ergebnisse
Laura Bredow, Julia Lasseck, Thomas Reinhard
Universitäts-Augenklinik Freiburg
Hintergrund
Bei hoch myopen Patienten kann eine Hinterkammerlinse unter Erhalt der Akkkommodationsfähigkeit vor die eigene Linse implantiert werden. Hierfür wurde eine neue faltbare, sulkusgestützte Acrylatlinse („Epilens“) entwickelt, welche bei einer Dicke von 0,1 bis 0,3 mm für Patienten mit einer Myopie von -5 bis -30 D hergestellt wird. Ziel dieser prospektiven, multizentrischen Pilotstudie ist es, diese Linse bezüglich Komplikationsrate und Refraktionsergebnissen zu untersuchen.
Methode
Die Epilens wird derzeit ausschliesslich im Rahmen einer multizentrischen Studie europaweit implantiert. Vorgestellt werden monozentrische 3-Monatsdaten aus der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Dort wurden bisher 11 Augen von 6 Patienten in Lokalanästhesie operiert und nachuntersucht. Iridotomie oder Iridektomie wurden prophylaktisch durchgeführt. Der Sulkusdurchmesser wurde mit dem 35 MHz VuMax II UBM (Sonomed) gemessen. Weitere Messparameter wurden u.a. mit dem Orbscan II und Carl Zeiss IOL-Master erhoben.
Ergebnisse
Die Patienten wiesen präoperativ ein mittleres sphärisches Äquivalent (SÄ) von -11,7 D (-5,5 bis -16,88 D) auf, sowie eine mittlere bestkorrigierte Sehschärfe von 0,55 (teils amblyopiebedingte Reduktion der maximalen Sehschärfe). Postoperativ lag das sphärische Äquivalent im Mittel bei -0,54 D (-1,3 bis +0,25 D). Durch günstige Schnittführung konnte bei allen Patienten der Astigmatismus reduziert oder konstant gehalten werden. 7 von 11 Augen erreichten postoperativ ohne Korrektion eine gleiche (+/- 1 Reihe) oder bessere Sehschärfe als präoperativ mit bester Korrektion. 2 Augen eines Patienten mit präoperativ -16,88 D SÄ benötigten postoperativ -1,38 bzw. -1,26 D SÄ, um die volle Sehschärfe zu erreichen, 1 Auge eine Astigmatismuskorrektur von -2,5 D (präoperativ -4 D Astigmatismus). Bei einem Auge kam es durch einen zu klein gewählten Epilensdurchmesser zu einem Kontakt der Kunstlinse mit der eigenen Linse und nachfolgender leichter anteriorer Kapseltrübung (korrigierter Visus 0,6/ beidäugig 1,0 ohne Korrektur bei beidäugiger Versorgung). Es zeigte sich bisher keine negative Auswirkung auf den Augeninnendruck.
Schlussfolgerungen
Die ersten Erfahrungen mit der Epilens sind sehr ermutigend. Es handelt sich um eine schwierige Patientengruppe, welche nicht mit LASIK-Patienten verglichen werden kann. Bei korrekt gewähltem Linsendurchmesser zeigten sich bisher keine Komplikationen und gute refraktive Ergebnisse. Die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch. |
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