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Abstract

P 251

Hochauflösende in-vivo-Bildgebung bei White-Dot-Syndromen mittels simultaner konfokaler Scanning Laser Ophthalmoskopie und Spectral Domain-OCT

Nina Peters1, Peter Charbel Issa1, Robert P. Finger1, Steffen Schmitz-Valckenberg2, Hendrik P. Scholl1, Frank G. Holz2
1Universitäts-Augenklinik Bonn, 2GRADE Reading Center, Universitäts-Augenklinik Bonn

Hintergrund
Die heterogene Gruppe der White-Dot-Syndrome (WDS) umfasst unter anderem die Akute Posteriore Multifokale Plakoide Pigmentepitheliopathie (APMPPE), das Multiple Evanescent White Dot Syndrome (MEWDS) und die Punctate Inner Choroidopathy (PIC). Histopathologische Untersuchungen der seltenen Erkrankungen sind kaum verfügbar. Wir wandten neue hochauflösende bildgebende Verfahren bei Patienten mit WDS an, um morphologische Veränderungen in vivo zu bestimmen.
Methode
Je ein Patient mit APMPPE (beidseitig, männlich, 22 Jahre), MEWDS (einseitig, weiblich, 35 Jahre) und PIC (einseitig, weiblich, 37 Jahre) wurde untersucht. Die Diagnose wurde anhand der Anamnese und typischer klinischer und angiographischer Befunde gestellt. Die charakteristischen Fundus-Veränderungen wurden mittels simultaner konfokaler Scanning Laser Ophthalmoskopie (cSLO) und spectral domain optischer Kohärenztomographie (SD-OCT, 870 nm, 40.0000 A-Scans/Sekunde) evaluiert (Spectralis HRA-OCT, Heidelberg Engineering). Hyperreflektive Banden im SD-OCT wurden anatomischen Schichten zugeordnet.
Ergebnisse
Bei allen drei Patienten fanden sich funduskopisch weißliche Läsionen in den äußeren Netzhautschichten in typischer Lokalisation und Größe. Die Alterationen bei PIC stellten sich in der SD-OCT-Untersuchung als prominente Läsionen erhöhter Reflektivität dar, welche durch die Bruchsche Membran und das retinale Pigmentepithel bis in die äußere Körnerschicht ragten. Identifizierbare Desintegrationen der Bruchschen Membran bei PIC begünstigen offensichtlich die sekundäre Entwicklung choroidaler Neovaskularisationen. Im Gegensatz hierzu schien die Bruchsche Membran bei MEWDS und APMPPE durchgängig intakt. Bei MEWDS zeigte sich im Bereich der Läsionen eine Aufhebung der retinalen Struktur zwischen Pigmentepithel und äußerer Grenzmembran. Bei APMPPE reichten ähnliche Strukturänderungen bis an die äußere plexiforme Schicht. Bei MEWDS und APMPPE zeigte sich im Verlauf ein Rückgang der morphologischen Veränderungen.
Schlussfolgerungen
Simultane cSLO und SD-OCT-Untersuchungen ermöglichen eine quasi-histologische Untersuchung von Fundus-Pathologien in vivo. Dies ermöglicht pathophysiologische Rückschlüsse und erlaubt präzise morphologische Verlaufsbeobachtungen bei seltenen Erkrankungen wie den WDS.

 
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