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Abstract
P 264
Zeitlicher Verlauf der Sauerstoffsättigung retinaler Gefäße bei venösen Verschlüssen und Korrelation mit klinischen Ergebnissen
Simone Gehlert, Jens Dawczynski, Martin Hammer, Jürgen Strobel
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Jena, Jena
Zielsetzung:
Evaluierung einer neuen Methode zur Messung der Sauerstoffsättigung in retinalen Gefäßen bei Patienten mit venösen retinalen Gefäßverschlüssen vor und nach rheologischer Therapie.
Methode:
Die Messung der intravasalen Sauerstoffsättigung (SO2) wurde mit einem modifizierten Dynamic Vessel Analyser (Fa. Imedos, Jena) durchgeführt. Dieses Modul nutzt einen speziellen Filter (Transmission bei 548 und 610 nm, Bandbreite je 10 nm) in der Beleuchtung einer Funduskamera, eine Farb- CCD- Kamera zur Bildaufnahme sowie eine spezielle Software zur Gefäßerkennung und zur Berechnung der O2-Sättigung. Die Messung erfolgte an 11 Patienten (6 Venenastverschlüsse (VAV) und 5 Zentralvenenverschlüsse (ZVV) im mittlerem Alter von 64,0±15,6 und 69,8±9,1 Jahren) am Aufnahmetag sowie am 6. Tag nach erfolgter standardisierter rheologischer und augeninnendrucksenkender Therapie.
Ergebnisse:
5 von 11 Patienten wiesen im zeitlichen Verlauf einen Anstieg der O2-Sättigung auf. Im Mittel änderte sich die O2-Sättigung bei den ZVV von 49,8±4,8% auf 54,83±19,9%, bei den VAV blieb die O2-Sättigung mit 59,2±17,3% vs. 59,3±23,1% konstant. Die O2-Sättigung der zugehörigen Arterie stieg bei den VAV um ca. 8%, wohingegen die arterielle O2-Sättigung bei den ZVV nahezu gleich blieb. Trotz der kaum merklichen Zunahme der venösen O2-Sättigung in der Gruppe der VAV betrug der mittlere Visusanstieg im Durchschnitt 2 Zeilen. Bei den ZVV war ein Visusanstieg um bis zu 7 Zeilen nachweisbar, jedoch bei geringerem Ausgangsvisus.
Schlussfolgerungen:
Es zeigte sich eine große Bandbreite der gemessenen O2-Sättigung retinaler Gefäße.
Unter der Therapie kam es bei den Patienten mit ZVV zu einer messbaren Zunahme der O2-Sättigung in den venösen Gefäßen, die eine Verbesserung der rheologischen Eigenschaften des Blutes nahe legt. Bei den Patienten mit VAV war in den arteriellen Gefäßen ein Anstieg der O2-Sättigung messbar, während in den venösen Gefäßen die O2-Sättigung nahezu gleich blieb.
Alle Patienten wiesen einen Visusanstieg bzw. eine Visusstabilisierung auf. Der Anstieg der O2-Sättigung war bei den venösen Gefäßverschlüssen weniger deutlich, als bei den zuvor untersuchten arteriellen Verschlüssen. Die Messung der O2-Sättigung retinaler Gefäße könnte zukünftig als zusätzlicher Parameter in der Verlaufskontrolle bei venösen Netzhautverschlüssen benutzt werden. |
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