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Abstract

P 272

Zentrale Autofluoreszenz als Prognosefaktor der Anti-VEGF-Therapie: morphologische Korrelationen

Jan Christian Goebel, Britta Elisabeth Heimes, Matthias Gutfleisch, Georg Spital, Albrecht Lommatzsch, Daniel Pauleikhoff
Augenabteilung am St. Franziskus-Hospital, Münster

Hintergrund
In früheren Studien konnte die initiale foveoläre Autofluoreszenz (AF) als am meisten signifikanter Faktor für den Visusverlauf nach einer Anti-VEGF-Therapie bei der exsudativen AMD charakterisiert werden. Um die morphologischen Grundlagen auf Ebene des RPE und/oder der Netzhaut für dieses veränderte foveoläre AF-Muster zu beschreiben, wurde eine Korrelation der AF-Analysen mit den Spectralisbefunden vorgenommen.
Methode
Bei 30 Patienten mit einer exsudativen AMD und dem Minimalkriterium einer okkulten CNV mit nachgewiesener Krankheitsprogression wurden vor der Anti-VEGF-Therapie (Lucentis) AF-Bilder hinsichtlich des zentralen AF-Musters beurteilt (normal vs. verändert). Ferner wurde der Visus erhoben. Im Spectralis-OCT wurden zudem morphologische Charakteristika wie CNV-Dicke, PED-Höhe, Netzhaut-Dicke, Höhe und Ausmass der intraretinalen sowie subretinalen Flüssigkeit und RPE-Veränderungen analysiert. Alle Befunde wurden vor erster und 4 Wochen nach 3. intravitrealer Anti-VEGF-Applikation erhoben und ausgewertet. Es folgte eine statistische Auswertung mit Korrelationsanalysen.
Ergebnisse
Die Integrität der foveolären AF ist erneut der am meisten signifikante Faktor in Bezug auf den Visusverlauf (p<.01). Sowohl RPE-Veränderungen (im Sinne von RPE-Proliferationen) aber auch intraretinale Flüssigkeitsansammlungen (meist im Sinne von Zysten) korrelieren signifikant mit dem Charakteristikum einer veränderten foveolären AF (p<.05). Demgegenüber korrellieren die Faktoren CNV-Dicke, PED-Höhe, subretinale Flüssigkeit, Netzhautdicke nicht mit den Veränderungen der initialen foveolären AF.
Schlussfolgerungen
Eine veränderte foveolären AF ist der wichtigste prognostische Faktor für einen eventuellen Visusanstieg nach Anti-VEGF-Therapie. Sie kann primär als Folge von Veränderungen einer Kombination aus initialen RPE- und intraretinalen Veränderungen und Schäden betrachtet werden. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass das Ausmass der initialen morphlogischen und funktionellen Schäden des foveolären RPE und Netzhaut - intraretinale Veränderungen sind entscheidend – die zentralen Parameter für den Visusverlauf nach einer Anti-VEGF-Therapie sind. Diese initial genauer zu definieren, ist deshalb von zentraler Bedeutung.

 
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