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Abstract
P 298
Hornhautradien als Risikofaktor für eine Aortendissektion im Rahmen des Marfan Syndroms
Juliane Grosswendt, Daniel Böhringer, Tobias Brunner, Matthias Siepe, Thomas Reinhard
Universitäts-Augenklinik Freiburg
Hintergrund
Das Marfan Syndrom ist mit flachen Hornhautradien assoziiert. Wir vermuten, dass diese Abflachung direkte Folge der Bindegewebserkrankung ist und daher mit den bindegewebigen Veränderungen in der Aorta korreliert sein könnte. Möglicherweise kann daher das Risiko für eine Aortendissektion aus einer Keratometrie abgeschätzt werden.
Methode
Bei insgesamt 82 Patienten aus unserer Marfan-Ambulanz (Rekrutierungszeitraum Februar 2004 bis Februar 2009, Durchschnittsalter bei Erstvorstellung 33 Jahre) waren entweder Haupt- und/oder Nebenkriterien für das Marfan Syndrom erfüllt (Ghent-Nosologie). Bei 58 dieser Patienten war die Diagnose interdisziplinär klinisch gesichert. Bei allen Patienten erfolgte eine Keratometrie an beiden Augen. Zusätzlich wurde recherchiert, ob bzw. wann sich eine Aortendissektion ereignet hatte. Mittels mehrfaktoriellem Cox-Überlebensmodel wurde der maximale Hornhautradius beider Augen mit dem Risiko für eine Aortendissektion korreliert.
Ergebnisse
Der maximale Hornhautradius beider Augen betrug durchschnittlich 8.42 mm (7.56-9.60 mm). Fünf Aortendissektionen waren zu verzeichnen. Der maximale Hornhautradius beider Augen war statistisch signifikant mit dem Risiko einer Aortendissektion assoziiert (Odds ratio 594; p=0.04).
Schlussfolgerungen
Unsere retrospektive Analyse deutet an, dass sehr flache Hornhautradien ein Warnsignal für eine lebensbedrohliche Aortendissektion darstellen können. Eine Keratometrie sollte daher bei allen Patienten mit Verdacht auf Marfan Syndrom erfolgen und ggf. Anlass für eine zusätzliche kardiologische Vorsorgeuntersuchung sein. |
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