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Abstract

P 301

Granulomatöse Skleritis bei Morbus Behcet

Anne Wissen, Johann Roider, Bernhard Nölle
Klinik für Ophthalmologie, Universitätsklinikum Schlewig-Holstein, Campus Kiel, Kiel

Hintergrund
Bei etwa 50 % aller Skleritisfälle findet man eine Systemerkrankung als Ursache der Skleritis. Die Assoziation einer Skleritis mit einem Morbus Behcet ist eine Rarität. Wir berichten hier über eine rezidivierende nekrotisierende granulomatöse Skleritis als okulärer Manifestation einer Behcet Vaskulitis.
Methode
Fallbericht.
Ergebnisse
46-jähriger, männlicher Patient mit undifferenzierter Kleingefäßvaskulitis seit 09/2001. Im Jahre 2006 wird ein Morbus Behcet diagnostiziert. Die Vorgeschichte der immunsuppressiven Therapie beinhaltet Methotrexat, Cyclophosphamid, Azathioprin und Ciclosporin A. Bei den augenärztlichen Kontrollen zeigt sich seit der Erstvorstellung in 10/2002 ein beidseitiger, ophthalmologischer Normalbefund. In 06/2007 entwickelt der Patient trotz einer Therapie mit Prednisolon 8 mg/d, Ciclosporin A 350 mg/d und Azathioprin 100 mg/d eine sektorale Skleritis anterior mit zentralem nekrotisierenden Granulom am rechten Auge. Unter einer Glukokortikosteroiderhöhung auf 50 mg/d, Fortführung der aktuellen Immunsuppression sowie einer Lokaltherapie mit Dexamethason zeigte sich eine deutliche Befundverbesserung. In 09/2007 kommt es unter einer Prednisolondosis von 7,5 mg/d zu einem Rezidiv der granulomatösen Skleritis am rechten Auge, daneben bestehen Arthralgien, Myalgien und eine Niereninsuffizienz. Die Steroidtherapie wird auf 60 mg/d erhöht. In den folgenden Verlaufskontrollen kommt es unter einer Bolustherapie mit Cyclophosphamid und nachfolgender Dauertherapie zu einem Rückgang der Skleritis mit einer umschriebenen Skleromalazie. Die Immunsuppression wird im Verlauf reduziert und mit Infliximab alle 6 Wochen und Leflunomid 20 mg/d fortgesetzt. Im Verlauf entwickelte der Patient eine Cataracta complicata, die beidseits (RA 01/09, LA 11/08) komplikationslos operiert wird.
Schlussfolgerungen
Eine granulomatöse Skleritis kann ein okuläres Monosymptom eines Morbus Behcet sein. Eine erfolgreiche Therapie erforderte hier eine hochdosierte systemische Kombinationsimmunsuppression. Die Addition von systemisch Infliximab zu der Immunsuppression hat bisher ein Rezidiv verhindert.

 
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