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Abstract

P 302

Online-Qualitätsdokumentation in integrierten Versorgungsnetzen: Instrumente, Implementierung und erste Erfahrungen aus dem Augenärztenetz VISTANET

Angelika Händel1, Anselm Jünemann1, Pavel Pogorelov1, Hans-Ulrich Prokosch2, Alexander Beyer3, Thomas Ganslandt2, Detlef Kraska3, Serkan Beyaz3, Friedrich E. Kruse1
1Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 2Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 3Medizinisches Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen

Hintergrund: Das Augenärztenetz VISTANET ist eine vertikale, in Deutschland bislang einzigartige Kooperationsstruktur von aktuell 85 niedergelassenen Augenärzten mit einer Universitäts-Augenklinik. Das Hauptziel dieses Zusammenschlusses ist eine integrierte qualitätsgesicherte Behandlung von Patienten mit Augenerkrankungen über alle Leistungsbereiche hinweg.
Methode: Zu den Instrumenten der Qualitätssicherung in Ärztenetzen zählt neben der Vorhaltung eines professionellen Qualitätsmanagementsystem und integrierter Patienten- und Behandlungspfade insbesondere eine einrichtungsübergreifende, elektronische Patientenakte (eEPA). Im Augenärztenetz VISTANET wurde hierzu die eEPA Siemens Soarian Integrated Care als Kernstück der online-Qualitätsdokumentation etabliert. Die prä-, intra- und postoperativen Daten werden standardisiert erfasst und stehen allen am Behandlungsverlauf Beteiligten zur Verfügung. Darüber hinaus besitzt diese eEPA ein Modul zum Übertragen von Bildmaterial. Als weiteres Instrument zur Qualitätssicherung wird im Augenärztenetz VISTANET die subjektive Patientenzufriedenheit mittels entsprechender Fragebögen ermittelt. Die funktionelle Beeinträchtigung durch die Katarakt wird durch den VF-14-Fragebogen erhoben. Dieser wurde um Fragen zur Sehveränderung durch die Kataraktoperation und den Gewinn der Lebensqualität erweitert.
Ergebnisse: Im Rahmen der online-Qualitätsdokumentation wurden von Oktober 2007 bis Januar 2009 über 10.000 Patientendaten erfasst. Die Evaluation im Rahmen der Kataraktchirurgie ergab ein durchschnittliches Alter der Patienten von 74,5±9 Jahren (30 bis 101 Jahre). Der präoperative Visus lag im Mittel bei 0,375 ± 0,179 (0,001 bis 0,6), die mittlere Stärke der implantierten Kunstlinse betrug 21,4±3,8 Dioptrien (-2,0 bis +35,0). Die Sehschärfe stieg von 0,49 am ersten postoperativen Tag auf 0,75 bei der vierten postoperativen Verlaufskontrolle nach vier Wochen. Die subjektive Patientenzufriedenheit wurde in einer Pilotphase bei 230 Patienten nach beidseitiger Kataraktoperation evaluiert. Gaben 79,8% der Patienten an, vor der OP Schwierigkeiten beim Fernsehen gehabt zu haben, so war nach der Operation bei 80,6% eine deutliche Verbesserung eingetreten.
Schlussfolgerungen: Die hier vorgestellten Qualitätssicherungsmodule und die darin implementierte elektronische Patientenakte sind aufgrund der einfachen Handhabung und der zeitnahen Datenverfügbarkeit essentielle Bausteine der online-Dokumentation im Rahmen vernetzter Strukturen.

 
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