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Abstract

DO.08.08

Plattenepithelkarzinome/CIN der Konjunktiva: Therapie und Prognose

Anke Tomaszewski1, Shahla Rahgozar1, Henrike Westekemper1, Nina Niederdräing1, Christopher Mohr2, Carsten Krüger2, Maurice Schallenberg1, Norbert Bornfeld3, Klaus-Peter Steuhl1, Daniel Meller1
1Klinik für Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, 2Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Huyssens-Stiftung, Essen, 3Abteilung für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen

Hintergrund
Das Plattenepithelkarzinom der Bindehaut und seine Vorstufe, die konjunktivale, intraepitheliale Neoplasie (CIN) sind die häufigsten erworbenen Tumoren des Auges. Die in der Literatur beschriebenen Therapieansätze reichen von der chirurgischen Intervention oder der Kryokoagulation bis zu einer begleitenden Therapie mit Mitomycin C, Interferon alpha 2b oder einer Radiatio.
Methode
In diese retrospektive Studie wurden 40 Patienten (47 Augen) mit einem Plattenepithelkarzinom (24 Augen) oder einer CIN (23 Augen) eingeschlossen.
Ergebnisse
Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum lag bei 23,8 Monaten. Das Alter bei Erstdiagnose lag bei 61,2 ±13,8 Jahren. 55,5% der primär R0 resezierten Patienten (Erstdiagnose Plattenepithelkarzinom) blieben ohne adjuvante Therapie tumorfrei. 44,4% entwickelten im Verlauf ein Rezidiv im Sinne eines invasiven Karzinoms oder einer CIN III. 66,6% der R1 resezierten Patienten (postoperativ nachgewiesene CIN III) entwickelten ohne adjuvante Therapie ein Rezidiv. Unter einer Tumor begleitenden Therapie mit Interferon alpha 2b und/oder Mitomycin C lag die Rezidivrate bei 25% und in 50% der Fälle konnte der CIN Grad reduziert werden.
Bei Patienten mit Erstdiagnose einer CIN III (noch kein invasives Karzinom) wurde eine chirurgische Tumorentfernung angestrebt, was jedoch aufgrund der Tumorausdehnung nicht immer möglich war. Unter einer Therapie mit Mitomycin C und/oder Interferon alpha 2b konnte in 33% der nicht R0 resezierten Patienten der CIN Grad gesenkt werden und 50% blieben stabil (keine Tumorprogression). Lediglich 16% entwickelten im Verlauf ein invasives Karzinom. Im Gegensatz dazu entwickelten 66% der Patienten ohne tumorbegleitende Therapie ein invasives Karzinom. In 33% blieb der Zustand stabil (keine Tumorprogression).
Schlussfolgerungen
Der Goldstandard der Therapie von Plattenepithelkarzinomen/CIN der Bindehaut ist die chirurgische Tumorentfernung. Eine zusätzliche Chemotherapie mit Mitomycin C/ Interferon alpha  2b ist zur Verringerung der Rezidivrate und zur Befundstabilisierung sinnvoll.

 
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