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Abstract

DO.09.04

Role of Müller cells in retinal neovascularization

 

Wolfram Eichler

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig

Hintergrund
Die retinale Neovaskularisation stellt eine folgenschwere Komplikation Visus-bedrohender Erkrankungen wie retinaler Venenverschluß, Retinopathia prematurorum und diabetischer Retinopathie dar. Um das Verständnis der Rolle der Müllerzellen (die hauptsächlichen Gliazellen der Retina) als Kontrollelemente der Angiogenese zu erweitern, wurden verschiedene In-Vitro-Experimente durchgeführt.
Methode
Es gelangten Standardmethoden der Molekular- und Zellbiologie zum Einsatz, wie die Kultur von primären und permanent wachsenden Zellen, Real-Time PCR, ELISA, Western Blotting und Immunhistochemie.
Ergebnisse
Unter physiologischen Verhätnissen determinieren Müllerzellen durch die Sekretion von antiangiogenen Faktoren – einschließlich TGF-b, Thrombospondin-1 und PEDF – ein antiproliferatives Milieu für vaskuläre Endothel-Zellen. Obwohl infolge einer Hypoxie oder durch Entzug von Glukose in Müllerzellen die Expression von VEGF induziert werden kann, ist das Niveau dieses Faktors nicht ausreichend, um die antiangiogene Barrriere zu überwinden. Eine Stimulation der endothelialen Proliferation kann aber durch eine Überproduktion an VEGF oder bFGF aus weiteren zellulären Quellen begünstigt sein. Müllerzellen sind offensichtlich befähigt, die Sekretion angioregulatorischer Faktoren nach Erfordernissen sich ändernder Sauerstoffspannungen anzupassen. Mit der Ausschüttung von PEDF stellen sie einen wichtigen molekularen Schalter zur Verfügung, der sowohl die Kontrolle der Angiogenese als auch diejenige des neuronalen Überlebens gewährleistet. So wird das PEDF-Niveau offenbar nach dem Schweregrad der Hypoxie einreguliert, d.h., es erfährt entweder unter milden hypoxischen Bedingungen (wenn VEGF nur moderat erhöht ist) eine Herabregulation (die eine Angiogenese erleichtert) oder steigt bei starker Hypoxie an, um eine Neuroprotektion zu begünstigen.
Schlussfolgerungen
Müllerzellen sezernieren ein Spektrum an löslichen Mediatoren, die die Kontrolle einer `angiogenen Balance` in der Retina gewährleiseten. Die hier herausgestellten Charakteristika weisen Müllerzellen als bedeutendes Element der zellulären Homöostase aus.

 
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