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Abstract
DO.09.08
Müller-Stammzellen als mögliches Mittel zur Regeneration der Netzhaut
G. Astrid Limb
Ocular Biology and Therapeutics, UCL Institute of Ophthalmology, London, United Kingdom
Hintergrund
Bei Fischen, Küken und der Ratte konnte gezeigt werden, dass Müllerzellen zur Regeneration der Netzhaut nach einer Schädigung beitragen. In der adulten humanen Retina fanden wir eine Population von Müllerzellen mit Stammzelleigenschaften. Wir untersuchten die Verteilung dieser Zellen in der humanen Retina und die Fähigkeit dieser Zellen, zur Regeneration der Netzhaut in vitro und in vivo beizutragen.
Methode
Humane Müller-Stammzellen wurden mittels Immunhistochemie in der Retina und in retinalen Gewebekulturen untersucht. In Kultur testeten wir die Wirkung von verschiedenen Faktoren (FGF, DAPT, Extrazellulärmatrix) auf die neuronale Differenzierung von Müller-Stammzelllinien. Weiterhin untersuchten wir in einem NMDA-Modell der Ganglienzelldegeneration bei der Ratte die Fähigkeit der Zellen, sich in das Netzhautgewebe zu integrieren und die Netzhautfunktion wiederherzustellen.
Ergebnisse
In der anterioren humanen Neuroretina fanden wir Müllerzellen, die Nestin u.a. neuronale Stammzellmarker (SOX2, PAX6, NOTCH1, CHX10) exprimieren. EGF stimulierte die Proliferation der Müller-Stammzellen. Verschiedene Wachstums- und Differenzierungsfaktoren induzierten die Differenzierung der Müller-Stammzellen in retinale Neurone, die Photorezeptor- (NRL, Recoverin, Rhodopsin) und Ganglienzellmarker (BRN3b, ISL1, HUD) exprimieren. Zellen mit Ganglienzelleigenschaften zeigten eine charakteristische Kalziumreaktion auf Nikotin. Eine Transplantation dieser Zellen in die Netzhaut von Ratten mit Ganglienzelldegeneration führte zu einer Migration der Zellen in die Ganglienzellschicht und zu einer partiellen Regeneration der negativen skotopischen Komponente des ERG.
Schlussfolgerungen
Unsere Untersuchungen zeigen, dass Müller-Stammzellen der adulten humanen Retina die Fähigkeit besitzen, sich in Neurone zu differenzieren. Müller-Stammzellen könnten in Zukunft zur Therapie von Netzhautdegenerationen eingesetzt werden. z.B. bei Glaukom. |
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