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Abstract
DO.17.02
Strukturierte Befundanalysen in fachbereichsübergreifenden Arztnetzwerken erlauben eine verlässliche Analyse vaskulärer Risikofaktoren
Amir Parasta1, Daniel Nikmond1, Michael Eidam1, Amir Mobarez Parasta2
1Epitop medical GmbH, München, 2Augenzentrum München
Hintergrund
Die angewandte Methodik zur Früherkennung kardiovaskulärer Risiken (EMERA) berücksichtigt neben der Netzhautgefäßdiagnostik auch interdisziplinäre Parameter. Der Diagnostik liegen Daten aus Anamnese, morphometrische Analyse von Fundusfotos sowie die Beurteilung kardialer Rhythmusstörungen zugrunde. Die in 25 Arztnetzwerken generierten Befunde, wurden in einer epidemiologischen Analyse mit dem Kollektiv der ARIC Studie verglichen.
Methode
Verglichen wurden anonyme Analysen aus Einzelpraxen (n=180) mit den Ergebnissen der ARIC Studie. Die Netzhautanalysen folgten einem einheitlichen Protokoll. Datenerhebung, Qualität und Auswertung wurden von einem Advisoryboard aus den involvierten Fachgruppen überwacht. Nicht auswertbare Daten wurden bei der Auswertung ausgeschlossen oder revidiert. Zur einheitlichen Bildbefundung wurde das Computer assistierende Befundungssystem EM.PACS der Firma Epitop GmbH eingesetzt um eine strukturierte Beurteilung nach den Vorgaben der ARIC Studie zu erreichen.
Ergebnisse
In einer Auswahl von Praxen wurden 23.754 Analysen durchgeführt. Hiervon wurden 87,3% von geschulten Fachärzten für Augenheilkunde (n=16) anonymisiert beurteilt. 31,6% der Analysen wurden qualitätsgesichert, wovon 20,3% überarbeitet wurden. Im Vergleich zur ARIC Studie beinhaltete das Kollektiv 27,4% mehr Hypertoniker, sowie 1,5% mehr Diabetiker und wies damit eine höhere Morbidität auf. Die morphometrischen Auswertungen im Vergleich zum ARIC-Kollektiv ergaben folgende Abweichungen: Gesamtretinopathien +2,1%, bei Blutungen +3,3% und bei Gefäßwandveränderungen +24,4. Im historischen Verlauf zeigte sich mit zunehmenden Qualitätsrichtlinien im Netzwerk eine wachsende Annäherung der Befunde an die ARIC-Studienergebnisse.
Schlussfolgerungen
Die Daten zeigen, dass die Übertragung der unter Studienbedingungen erreichten Ergebnisse auf den Einsatz in der Praxis möglich ist. Strikte externe Qualitätsprüfungen sowie der Einsatz geeigneter Befundungssysteme sind hierfür jedoch unabdingbar.
Die höhere Morbidität des Patientenkollektivs, sowie die besseren Möglichkeiten der Befunderkennung unter Einsatz digitaler Technologien erklären nach den ersten Analysen die Abweichungen. Die Risikobeurteilung muss jedoch auch unter Beachtung moderner interdisziplinärer Aspekte erweitert werden. Den Ergebnissen nach stellen Ärztenetzwerke hierfür eine geeignete Plattform dar. Weitere Korrelationsanalysen werden derzeit erstellt und mit den einschlägigen Studiendaten verglichen.
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