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Abstract
DO.17.04
Erworbene Farbsinnstörungen bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit mit und ohne einer koronaren Herzkrankheit
Carl Erb1,2, Eva-Maria Fischer2, S. Lichtenberg3, H. Drexler3
1Abteilung für Augenheilkunde, Schlosspark-Klinik, Berlin; 2Abteilung für Augenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover; 3Abteilung Kardiologie und Angiologie, Medizinische Hochschule Hannover
Hintergrund
Ziel der Studie war es herauszufinden, in wieweit eine erworbene Farbsinnstörung bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) vorliegt und diese durch eine gleichzeitig vor-handene koronare Herzkrankheit (KHK) beeinflusst wird.
Methode
Alle Patienten und Kontrollpersonen wurden augenärztlich untersucht: morphologischer Status, Visus, Refraktion, Augeninnendruck, Cup-Disk-Ratio. Die Farbsinn-Untersuchung erfolgte monokular mit den Pseudoisochromatischen Farbtafeln nach Ishihara und mit dem Farbpig-mentprobentest Roth 28-hue (E) desaturiert.
Ergebnisse
Vierzig pAVK-Patienten (m:w=25:15) mit 2 Untergruppen (Gruppe 1=ohne KHK: n=20, Durchschnittsalter 63±4,9 Jahre; Gruppe 2=mit KHK: n=20, Durchschnittsalter 67±4,9 Jahre) und 28 gesunde Kontrollpersonen (m:w=14:14; Durchschnittsalter 63±3,3 Jahre) wurden untersucht. Die ophthalmologischen Untersuchungen der pAVK-Patienten ohne und mit KHK wie auch deren Ergebnisse mit den Ishihara Tafeln lagen im Normbereich. Im Roth 28-hue (E) desaturiert lagen sehr hohe Fehlersum-men in beiden Patientengruppen vor (Gruppe 1: 213±71,4, Gruppe 2: 207±59,7, Kontrollen: 138±55,78, Median±mittlere absolute Abweichung). Im statistischen Vergleich mit dem Mann-Whitney-U-Test unterschieden sich die Fehlersummen der beiden Gruppen nicht untereinander, jedoch deutlich von der Kontrollgruppe (Gruppe 1: p=0,015, Gruppe 2: p=0,007), wobei die Signifikanzen auch nach der Holms-Bonferroni-Korrektur signifi-kant blieben. Bei dem Quotient Blau/Gelb zu Rot/Grün zeigt sich in beiden pAVK-Gruppen keine spezielle Dyschromatopsie-Achse.
Schlussfolgerungen
Trotz unauffälliger ophthalmologischer Untersuchungen wiesen die pAVK-Patienten erhebliche erworbene Farbsinnstörungen mit einer hohen Fehlersumme und keiner speziellen Farbachsenlage auf. Das zusätzliche Vorliegen einer KHK hat die Ergebnisse nicht mehr beeinflusst. Diese Ergebnisse sollten bei künftigen Farbsinnuntersuchungen berücksichtigt werden. |
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